Abendvorträge 2021

Es werden 32 Termine im Zeitraum vom 25.10.2021 bis 24.10.2022 angezeigt.
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Gehe zu Monat: Oktober November Dezember Januar Februar März April Mai August September Oktober

 

Oktober Seitenanfang

28. Oktober 2021 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich III
ARCHÄOLOGIE UND HANDWERK AN DER BURG LINAU IM KREIS HERZOGTUM LAUENBURG

Referent: Eicke Siegloff, Dipl.-Prähist., Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein Schleswig

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Im Süden und Osten Schleswig-Holsteins ist sie als „Raubritterburg von Linau“ bekannt. Im 14. Jahrhundert überfielen von hier aus die Ritter von Scharpenberg die mit wertvollen Waren beladenen Wagen, die auf der Landstraße von Hamburg nach Lübeck - oder umgekehrt - unterwegs waren, und forderten „Wegezoll“. Auch Händler und andere Reisende waren an der Passage durch das feuchte Niederungsgebiet der Bille-Quelle vor Nachstellungen nicht sicher. In den Annalen steht, dass sich die Scharpenbergs am 23. September 1349 dann doch dem gemeinsamen 2.500 Mann starken Söldnerheer aus Hamburg, Lübeck und Holstein ergeben mussten. Der Wehrturm und die bis zu zwei Meter dicken Außenmauern der Burganlage wurden abgebrochen. Die Turmhügelburg zerfiel, wurde 1980 aber unter Denkmalschutz gestellt.
Der Verein zur Erhaltung der Ruine „Linowe“, das Bundesamt für Kultur und Medien, die Gemeinde Linau und die Aktivregion Nord zapften die Spendentöpfe an. Als die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 2013 fehlende Mittel in Höhe von 100.00 Euro zur Sicherung der Fundamente und für die Errichtung eines Schutzmauerwerks zur Verfügung stellte, kam Bewegung in die Sache. Das Archäologische Landesamt in Schleswig suchte nach Möglichkeiten, die Burganlage aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Der Diplom-Prähistoriker Eicke Siegloff, Abteilungsleiter des Archäologischen Landesamtes für Denkmalschutz, übernahm die Koordination der Ausgrabung.
Die Überraschung war groß, als man in der auf drei Hügelkuppen erbauten Burganlage einen Ziegelbrennofen entdeckte, der noch vor 150 bis 200 Jahren in Betrieb gewesen sein muss.


November Seitenanfang

4. November 2021 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
EDOUARD MANET UND ZACHARIE ASTRUC

Referent: Dr. Detlef Stein, Kunsthalle Bremen

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Während Edouard Manet zu den bedeutenden Malern der Kunstgeschichte gerechnet wird, ist sein Künstlerfreund Zacharie Astruc nahezu in Vergessenheit geraten. Astruc war Kunstkritiker, schuf Aquarelle sowie Skulpturen und setzte sich - wie Manet – mit dem Japonismus, der damaligen Spanienmode und den alten Meistern auseinander.
Der Vortrag stellt die Künstlerfreunde im zeit- und kunstgeschichtlichen Kontext vor. Geplant ist eine Exkursion zur Ausstellung „Manet und Astruc. Künstlerfreunde“, die vom 23.10.2021 bis zum 27.2.2022 in der Bremer Kunsthalle gezeigt wird.

7. November 2021 11:00 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
HANS CHRISTIAN ANDERSEN – POET MIT FEDER UND SCHERE

Referent: Dr. Detlef Stein und Clara Berger

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Der Votrag wurde in Übereinstimmung mit Herrn Dr. Stein und Frau Berger auf den 7. Nov. verelegt, und zwar in Verbindung mit der Mitgliederversammlung, weil wir dann einen größeren Teilnehmerkreis erwarten können.

Ein Portrait in Wort, Bild und Musik
Detlef Stein - Wort - und Clara Berger - Cello -

Der Vortrag entführt das Publikum in die märchenhafte und bizarre Welt Hans Christian Andersens. Er erzählt die Geschichte eines Jungen aus ärmsten Verhältnissen, der mit viel Zuversicht und Erlebnisdrang in die Welt hinauszieht - und die Welt erobert! Seine Märchen wie Die chinesische Nachtigall oder Das Mädchen mit den Schwefelhölzern haben bis heute Millionen Menschen über Generationen hinweg berührt.
Ganz unbekannt hingegen blieb der „andere“ Andersen, denn mit seinen überraschenden Scherenschnitten und collagierten Büchern hat er nur seine engsten Freunde und deren Kinder beglückt. Ob exotische Reiseeindrücke oder Märchenfiguren, Galgenmännchen oder phantastische Wesen, eine ganze Welt tut sich in seinen Papierarbeiten auf.
Der Vortrag stellt die verblüffende Lebensgeschichte Andersens, insbesondere aber die unbekannte Seite des Dichters heraus und entwirft im Wechsel von Wort, Bild und Musik ein atmosphärisches Portrait.

9. November 2021 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VII
Karl May und das Indianerbild der Deutschen

Referent: Prof. Dr. Maria Moss, Leuphana-Universität Lüneburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Kein Autor hat das Bild der indigenen Bevölkerung Nordamerkas im deutschsprachigen Raum nachhaltiger geprägt als der Sachse Karl May. So verkörpert seine berühmteste Schöpfung, Winnetou, zwischen Zugspitze und Kap Arkona bis heute das Idealbild des Indianers. In den 1960er Jahren leitete "Der Schatz im Silbersee" die erfolgreichste Filmwelle des deutschen Nachkriegskinos ein. Unter Wissenschaftlern gilt als unbestritten, dass es nicht zuletzt dem Werk Karl Mays geschuldet ist, dass das Interesse an der Literatur, Kultur sowie den tatsächlichen Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung Nordamerikas in unserem Land so groß ist. Zahlreiche Publikationen beschäftigen sich inzwischen ausschließlich mit dem Phänomen der "Germans und Indians".

16. November 2021 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
HEINRICH HEINE – EIN EUROPÄISCHER DICHTER_

Referent: Ulrike Budesheim, Germanistin, Reinbek

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Obgleich heute zu den Großen der deutschen Literatur gehörend, haben seine Werke eine Sonderstellung. So ist er der einzige Dichter, der in Deutschland wie in Frankreich gleichermaßen als ein kanonischer Autor der jeweils eigenen nationalen Literatur angesehen wird. Bereits aus diesem Grunde kann er als einer der ersten europäischen Denker und Intellektuellen gelten. Im Gegensatz zu dieser internationalen Hochschätzung hat es beispielsweise in seiner Geburtsstadt Düsseldorf vor wenigen Jahren eine lang anhaltende erbittert geführte Kontroverse gegeben über die Frage, ob die dortige Universität seinen Namen tragen sollte. Seine Person, sein Werk aber auch seine Nachwirkung machen sichtbar, dass selbst 165 Jahren nach seinem Tod Heine immer noch irritiert. Das Kunstschöne wird ironisiert und so bis in die Gegenwart ein Stimmungswechsel erzeugt, der den Leser provoziert.

17. November 2021 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VI
UMWELTFREUNDLICH SAUBERMACHEN UND WÄSCHEWASCHEN

Referent: Renate Frank, Dipl.-Oecotrophologin, Roseburg

Schule Büchen, Schulweg 1, Eingang D🗺️

Die Referentin weist auf die zahlreichen chemischen Substanzen hin, die sich in Reinigungs- und Waschmitteln befinden und die sowohl unsere Gesundheit als auch unsere Umwelt beeinträchtigen. Es wird gezeigt, was jeder Einzelne tun kann, um den eigenen Haushalt zu „entgiften“ und damit dazu beizutragen, die Umwelt zu entlasten und auf diese Weise auch die gesundheitlichen Belastungen durch Chemie im Haushalt zu reduzieren.

in Zusammenarbeit mit den NABU Büchen

18. November 2021 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
ETHIK UND KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

Referent: Prof. Dr. Thomas Schramm, HafenCity Universität Hamburg - Studiengang Geodäsie und Geoinformatik

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️


Künstliche Intelligenz wird als die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts stilisiert. Der Wettbewerb der Nationen soll davon abhängen. Milliarden werden aus öffentlicher Hand investiert. Sie soll auf der Basis großer Datenmengen menschliche Entscheidungsfähigkeit nachahmen oder gar übertreffen. In begrenzten Bereichen sind damit große Fortschritte erzielt worden.
Aber wie funktioniert KI eigentlich_ Kann man KI-Entscheidungen immer nachvollziehen_ Muss man das überhaupt_ Wer trägt die Verantwortung für Fehlentscheidungen_ Diese und viele weitere Fragen tun sich nicht nur beim autonomen Fahren auf, sondern sind allgegenwärtig.
Z.B.: Dunkle Gesichter werden auf KI-gestützten Gesichtserkennungssystemen schlechter erkannt als helle, was zu rassistischen Fehlleistungen bei der Interpretation führen kann. Kann man autonome Killer-Drohnen verantworten? Deutet sich eine neue postindustrielle Revolution an, und wie gehen wir mit den freigesetzten Arbeitskräften um? Machen wir uns eventuell zum Sklaven dieser Technologie?
Dieser Vortrag beschäftigt sich kurz mit einer Einführung in diese neuen Technologien und versucht, in der Diskussion über die damit verbundenen großen Fragen mit vielen Beispielen einzusteigen.

23. November 2021 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich III
SIEBEN JAHRE AM BLOCK UND (K)EIN ENDE IN SICHT ... DIE ERFORSCHUNG EINES AUßERGEWÖHNLICHEN PRUNKGRABES DER HALLSTATTZEIT

Referent: Dr. Robert Schumann, Institut für Vor- und Frühgeschichte, Universität Hambug

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️





2010 in Otzing, Landkreis Deggendorf in Niederbayern: Bei Sondierungsarbeiten auf einem künftigen Baugebiet stoßen die Mitarbeiter der zuständigen Kreisarchäologie auf die Überreste eines hallstattzeitlichen Grabhügelfeldes (ca. 1000 bis 800 vor Christi Geburt). Ein Jahr später, im Juli 2011, entdecken die Ausgräber der Archäologischen Staatsammlung auf der zukünftigen Sportfläche des SV Otzing in einem Grabhügel von 18 Meter Durchmesser eine hölzerne Grabkammer in einem außergewöhnlichen Erhaltungszustand. Sie vermuten die Beisetzung eines keltischen Fürsten und alarmieren die Universität München.


Dezember Seitenanfang

9. Dezember 2021 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
DER WELTWISSENSCHAFTLER ALEXANDER VON HUMBOLDT UND SEIN KOSMOS

Referent: Prof. Dr. Gudrun Wolfschmidt, Geschichte der Naturwissenschaften, Universität Hamburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Der Vortrag ist wegen einer Terminkollision vom 2. auf den 9 Dez. verlegt.

Die fünf Bände von Humboldts __Kosmos - Entwurf einer physischen Weltbeschreibung__ erschienen 1845 bis 1862, ein eindrucksvolles interdisziplinäres Werk. Geplant war eine Darstellung der Natur von einem uranologischen Teil _der Lehre von den Sternen_, ausgehend von den Sternen und Nebeln, zu einem tellurischen Teil _der Lehre von Gestalt und Leben der Erde_; es beginnt mit __den Sternen, die in den entferntesten Theilen des Weltraumes zwischen Nebelflecken aufglimmen und steigt durch unser Planetensystem bis zur irdischen Pflanzendecke und zu den kleinsten, oft von der Luft getragenen, dem unbewaffneten Auge verborgenen Organismen herab.__
Im Vortrag wird ein Überblick von Humboldts astronomischen Wissen im Kontext der Zeit gegeben. Es sollen aber auch seine umfassenden Erkenntnisse in den Bereichen der Biologie, Chemie, Physik und besonders Geowissenschaften _Geologie, Bergbau, Mineralogie, Vulkanologie, Geographie, Meteorologie, Ozeanographie, Navigation_ einschließlich seiner Messinstrumente für die Expeditionen nach Lateinamerika, USA und Zentralasien thematisiert werden. Schließlich sind Humboldts Bestrebungen bemerkenswert, seine Forschungen einem breiten Publikum populärwissenschaftlich verständlich zu machen, vgl. seine sehr gut besuchten Vorträge in der Singakademie - 1827/28-.


Januar Seitenanfang

11. Januar 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
"DEUTSCH IST SCHWER ...“ - (Sesamstraße) – IST DAS WIRKLICH SO? – VOM ÄNDERN ZUM GENDERN

Referent: Dr. Werner Budesheim

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Wie wir alle bemerken, werden wichtigtuerisch und gedankenlos in der Werbung, im Sport, in den Zeitungen, im Internet ... Begriffe aus dem Englischen verwendet, die die meisten Menschen gar nicht verstehen, mittels derer man „bedeutend“ sein möchte. Oft werden die englischen Begriffe mit deutschen Wörtern verbunden, und so kommen wir zu „Denglisch“. Aber nicht nur das ist für eine gepflegte deutsche Sprache problematisch, sondern es gibt auch Rechtschreibe- und Stilistikprobleme. Dann kommt jüngst die Genderei hinzu, eine totale Irritation, deren „Ausbruch“ man mit dem Ausbruch der Coronapandemie vergleichen könnte, da man deren Ursprung nicht genau kennt und sie eine zwanghafte Wirkung hat, der Medien, wie das ZDF .z.B. in den Nachrichten, eilfertig folgt.

20. Januar 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich IV
CLAUDE MONET UND DER IMPRESSIONISMUS

Referent: Dr. Stefan Vöhringer, Politologe und Kunsthistoriker

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H🗺️

2022 feiert der Impressionismus 150. Geburtstag: 1872 malte Claude Monet das Gemälde „Impression soleil levant“, das die Morgenstimmung im Hafen von Le Havre zeigt und dem Impressionimus seinen Namen gab. Monet gilt als führender Protagonist dieses bekanntesten Kunststils der Moderne: Seine Art zu malen, bei der er leuchtende Farben verwendete und seine Bilder aus kleinen sichtbaren Pinselstrichen zusammensetzte, revolutionierte die Kunst und ist Thema dieses Vortrags.

25. Januar 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
VOM COPERNICANISCHEN WELTBILD ZU KEPLERS „NEUER ASTRONOMIE – ZUM 450. GEBURTSTAG JOHANNES KEPLERS _1571 – 1630_“

Referent: Prof. Dr. Gudrun Wolfschmidt, Geschichte der Naturwissenschaften, Universität Hamburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Johannes Kepler (1571-1630) wurde vor 450 Jahren in Weil, der Stadt bei Stuttgart, geboren. Er besuchte die Lateinschule in Leonberg und die Stiftsschule Maulbronn. 1589-91 studierte er in Tübingen "Artes liberales", die Sieben Freien Künste, besonders Mathematik und Astronomie, dann Theologie. Kepler hatte viele Wirkungsorte, Graz, Prag, Linz, Sagan, Ulm, Regensburg.
Er suchte nach himmlischen Symmetrien und Harmonien, nach den Geheimnissen des Kosmos. Seine bekanntesten Errungenschaften sind die Aufstellung der Gesetze der Planetenbewegung und seine Leistungen auf dem Gebiet der Mathematik, der Optik und der Konstruktion des astronomischen Fernrohrs sowie die Entdeckung eines Neuen Sterns (Supernova) 1604 im Sternbild Ophiuchus. Bis heute hat Kepler eine große Bedeutung - nicht zuletzt weist darauf das Kepler Weltraumteleskop hin, mit dem man erfolgreich nach Exoplaneten gesucht hat. - Abschliessend soll die Entstehung unseres modernen Weltbildes thematisiert werden, wofür Copernicus mit seiner heliozentrischen Idee die Grundlagen gelegt hatte. Kepler wollte der copernicanischen "Hypothese" ein physikalisches Fundament verschaffen und damit die Trennung von Mathematik und Physik des Himmels aufheben, was schon Copernicus beabsichtigt hatte. Mit der Einführung von freien Bahnen der Planeten statt der Sphären und mit dem Ende der antiken Axiome der Kreisförmigkeit und Gleichförmigkeit vollzog Kepler mit seiner "Neuen Astronomie" die endgültige Wende der astronomischen Wissenschaft von der Antike und dem Mittelalter zur Neuzeit. Kepler vollendete also die Copernicanische Revolution.


Februar Seitenanfang

8. Februar 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
Nemesis, der geheimnisvolle Zwilling der Sonne

Referent: Dipl.-Phys. Carsten Busch, Univeristät Hamburg

21465 Wentirf, Hauptstraße 18 d (Angerhof)🗺️

Alle 26 Millionen Jahre geschieht es: Ein rotglühender Stern nähert sich der Oortschen Wolke, einer gigantischen Ansammlung von mehreren hundert Milliarden eisiger Gesteinsbrocken. An diesem Außenposten des Sonnensystems ist die Sonne aufgrund ihrer Entfernung nur noch ein relativ heller Stern am Himmel, der kaum noch Wärme spendet.
Durch seine Gravitation verändert der verhängnisvolle Todesstern Nemesis die Bahnen vieler der eisigen Objekte, von denen sich dann einige auf den langen Weg in das innere Sonnensystem machen. Einer oder mehrere der Kometen dieses von Nemesis ausgelösten Kometenschauers treffen auf die Erde, mit verhängnisvollen Folgen für das Leben.
Auf diese Weise – so stellte es sich in den 1980er Jahren der Astrophysiker Richard Muller vor – kam es früher und wird es weiterhin regelmäßig zu Massenaussterben kommen.
Ein bekanntes Beispiel ist der sogenannte „K-P“-Einschlag am Ende der Kreidezeit, bei dem ein etwa zehn Kilometer großer Komet das Aussterben der meisten damals bekannten Arten, unter anderem der Dinosaurier, ausgelöst haben soll.

Der Vortrag beleuchtet die faszinierende Geschichte und die Hintergründe der „Nemesis“-Theorie. Außerdem wird der entscheidenden Frage nachgegangen:
Ist unser Sonnensystem tatsächlich ein Doppelsternsystem?
Gibt es also eine zweite Sonne, die bisher noch nicht entdeckt wurde?

15. Februar 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich III
ARCHÄOLOGISCHE FORSCHUNGEN IN GADARA, NORDJORDANIEN

Referent: Dr. Frank Andraschko, Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Hamburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️


Seit 2015 hat das Archäologische Institut der Universität Hamburg in Umm Qays/Gadara in unmittelbarer Nähe des Sees Genezareth ein Verbundprojekt mit verschiedenen Partnern zur Erforschung des Umlandes der antiken Stadt Gadara durchgeführt. Gleichzeitig wurden Fortbildungen in traditionellen Handwerkstechniken zum Erhalt der antiken Monumente und des immateriellen Kulturerbes realisiert. Im Vortrag werden verschiedene Aspekte dieser Arbeiten vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise vorgestellt und Erfahrungen erörtert. Dazu gehören die Entdeckung eines neolithischen Flintbergwerks ebenso wie Steinmetzpraktika vor Ort.

22. Februar 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VII
DIE AMISCH UND DIE VERWEIGERUNG DER MODERNE

Referent: Prof. Dr. Maria Moss, Leuphana Universität Lüneburg

Hotel Bellevue, Blumenstraße 29,21481 Lauenburg 🗺️

Die Amischen oder Amisch sind eine täuferisch-protestantische Glaubensgemeinschaft, deren Bezeichnung sich vom Namen ihres Begründers Jakob Ammann (1644 - 1730) ableitet und die ihre Wurzeln in der reformatorischen Täuferbewegung Mitteleuropas, vor allem der Schweiz und Süddeutschlands hat. Vom Hauptstrom der Täufer, den Mennoniten, trennten sich die Amisch Ende des 17. Jahrhunderts. Der Vortrag wird neben der Geschichte der Amisch auch ihren jetzigen Status in den USA bzw. in Kanada beleuchten und hinterfragen, inwiefern ein Leben, welches versucht, sich konsequent den Herausforderungen der Moderne zu entziehen, auf Dauer möglich ist.


März Seitenanfang

10. März 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
PABLO PICASSO UND SEIN BREMER GALERIST

Referent: Dr. Detlef Stein, Kunsthalle Bremen

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Ab den 1950er Jahren hat der Bremer Kunsthändler Michael Hertz nicht nur der Kunsthalle Bremen, sondern auch anderen Häusern und Einrichtungen – etwa der documenta 3 in Kassel – Werke der modernen Kunst, insbesondere Pablo Picassos, vermittelt. Damals verfügte Hertz über die exklusiven Verkaufsrechte für Picasso-Grafik in Deutschland. Die Bremer Kunsthalle hat durch seine Vermittlung ihren herausragenden Picasso-Bestand aufbauen können, aber auch andere Museen und private Sammler.
Der Vortrag stellt den Galeristen Michael Hertz und den Picasso-Grafikbestand der Bremer Kunsthalle vor.

15. März 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
„SOLCHE ENGEL GEFALLEN MIR“: KUNST UND LEBEN VON KÄTHE KOLLWITZ _1867 – 1945_ IN BEWEGTEN ZEITEN

Referent: Dr. Katrin Schmersahl, Historikerin, Hamburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Käthe Kollwitz hat wie kaum eine andere Künstlerin dem menschlichen Leiden eine überzeugende ästhetische Form gegeben. Allerdings hat schon Gerd Hauptmann auf eine wesentliche Differenz zwischen Leben und Werk der Künstlerin hingewiesen: Ihr Leben sei nämlich im Gegensatz zu ihrem Werk nicht schwarz-weiß, sondern farbig gewesen. In der Tat: Käthe Kollwitz Leben spiegelt mit allen Brüchen, Utopien, Verheißungen und Katastrophen ein dramatisches Stück Zeitgeschichte. Gleichzeitig hat sie mit ihrer Kunst, aber auch z.B. mit Artikeln, auf die historischen Zeitläufte Einfluss genommen.

22. März 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VI
FÜR DIE NÄCHSTE GENERATION... EINE BESTANDSAUFNAHME UND WAS WIR UNSEREN KINDERN SCHULDIGEN

Referent: Prof. Dr. Carsten Niemitz, NABU Mölln

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Um zu wissen, in welche Umwelt wir die nächste Generation entlassen, ist zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme notwendig. Während meist einzelne Themenfelder wie das Klima, die Reinhaltung der Meere oder der Flächenverbrauch isoliert behandelt werden, führt Carsten Niemitz in seinem Buch und in der faktenreich illustrierten Präsentation alle hier relevanten Bereiche integrativ zusammen, beispielsweise auch die Artenvielfalt, die Ernährung, Plastik oder das Bevölkerungswachstum. Das Wissen um den ökologischen Ist-Zustand der Welt kann uns eine Hilfe im Bemühen um eine lebenswerte Zukunft sein. Mit über 100 Tipps gibt auch das Buch Hinweise, wie jede/r sich für eine bessere Umwelt und für die nächste Generation einbringen kann. Hierfür soll der Vortrag anregen und Mut machen.

24. März 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich V
„EINMAL HIN; EINMAL HER“: TRANSATLANTISCHE AUS- UND EINWANDERUNG VON UND NACH MECKLENBRG UND VORPOMMERN. FALLBEISPIELE___

Referent: Dr. rer. nat. Angelika Halama, Historischer Geograph, Buxtehude

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Johannes Gillhoff setzte mit seinem Briefroman „Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer“ dem mecklenburgischen Landarbeiter, der in den USA ein besseres Leben als selbständiger Bauer sucht, ein Denkmal. Doch nicht nur Kossäten und Handwerker wollten durch die Auswanderung nach Nord-, Mittel- und Südamerika für sich und ihre Familien die Lebensverhältnisse verbessern, auch aus der Schicht der Adligen, der Gutsbesitzer und –pächter machten sich Söhne und Familien auf den Weg über den Atlantik in die Länder der unbegrenzten Möglichkeiten. Umgekehrt war die Einwanderung nach Mecklenburg und Vorpommern weiblich und fand nur in der Oberschicht statt.
Abstract folgt

30. März 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VI
TOTHOLZ IST VOLLER LEBEN

Referent: Wolfgang Ziegler, Rondeshagen

Schule Büchen, Schulweg 1, Eingang D 🗺️

In unserer heutigen, oft von intensiver Nutzung geprägten Landschaft, bilden auf Totholz und alte Bäume angewiesene Pflanzen- und Tierarten sowie Pilze eine der am stärksten gefährdeten Lebensgemeinschaften. Altbäume mit Spechthöhlen, Baumriesen mit hohlem Stamm oder morsche Stümpfe, Baumveteranen an Straßen, in Parks und in der offenen Landschaft – sie alle leisten einen wertvollen Beitrag für den Schutz vieler Arten als Lebensstätte, Verbundelement und Quellbiotope für die Wiederbesiedlung angrenzender Bestände.
Ein Schlüsselfaktor ist das Alter der Bäume. Wenn sie keinem Nutzungsdruck unterliegen, werden sie oft sehr viel älter als üblich in unseren Wäldern und können Strukturen für Alt- und Totholzbewohner ausbilden, wie sie sonst nur in sehr naturnahen Wäldern und Schutzgebieten anzutreffen sind. An zahlreichen Beispielen erläutert Wolfgang Ziegler, profunder Käfer-Kenner und aktiver Naturschützer, die naturschutzfachliche Bedeutung von Alt- und Totholz.

(in Zusammenarbeit mit dem NABU Büchen)


April Seitenanfang

20. April 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VI
MEHR ALS DIE BLUMEN DES JAHRES: DIE NATURSCHUTZARBEIT DER LOKI SCHMIDT STIFTUNG

Referent: Axel Jahn, Loki Schmidt Stiftung

Schule Büchen, Schulweg 1, Eingang D🗺️

Die Hamburger Loki Schmidt Stiftung, hervorgegangen aus der Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen und der Stiftung Naturschutz Hamburg, wirkt schwerpunktmäßig in Hamburg, ist aber auch in zehn weiteren Bundesländern aktiv, indem sie Lebensräume sichert, Artenschutzprojekte durchführt und Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit betreibt.
Seit 1980 macht die Stiftung mit der mittlerweile bekannten Aktion „Blume des Jahres“ auf gefährdete Pflanzen und ihre Lebensräume aufmerksam. Sie informiert in diesen jährlichen Kampagnen über Wildblumen und den ökologischen Wert ihrer Standorte und möchte auf diese Weise zu einem besseren Artenschutz beitragen.
Der Vortrag von Axel Jahn, der Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung sowie leidenschaftlicher Naturbeobachter und Fotograf ist, wird sich schwerpunktmäßig mit den Blumen des Jahres und den Aktionen rund um diese Pflanzen befassen, sie in Wort und Bild vorstellen, aber auch Informationen über weitere Aktivitäten der Hamburger Stiftung geben.

(in Zusammenarbeit mit dem NABU Büchen)

26. April 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich III
GESCHICHTEN VOM SUCHEN UND FINDEN. - ZUR ENTDECKUNG UND BEWERTUNG FRÜHMITTELALTERLICHER HACKSILBERSCHÄTZE IN VORPOMMERN ZWISCHEN 2010 UND 2019

Referent: Dr. C. Michael Schirren, Landesarchäologie MV

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H🗺️

Der Vortrag wird die unterschiedlichen Entdeckungsgeschichten mehrerer Hacksilberhorte beleuchten. Immer waren an der Entdeckung ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger beteiligt, die in Mecklenburg-Vorpommern schon seit vielen Jahrzehnten eine tragende Rolle in der Sicherung des kulturellen Erbes haben. Die archäologische Bergung und die begonnene Auswertung der in den letzten Jahren entdeckten Schatzfunde zeigen den historischen Aussagewert solcher Funde in unterschiedlicher Weise. Die Schätze spiegeln nicht nur allgemein die auf dem Gewicht des Silbers basierende Ökonomie des Ostseeraums zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert wieder. Zugleich sind sie Zeugnisse der sich stetig ändernden Handelsbeziehungen und Veränderungen politischer Machtverhältnisse.


Mai Seitenanfang

24. Mai 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
MUSIK ALS MASCHINE – IDEENGESCHICHTLICHE ANMERKUNG ZUM AUTOMATISCHEN _Teil I_

Referent: Prof. Frank Böhme, Hochschule für Musik und Theater, Hamburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Musik ist faszinierend! Im allgemeinen wird damit Persönlichkeit des Interpreten an einem Instrument in Verbindung gebracht. Es ist seine Kunstfertigkeit, die das Instrument zum Klingen bringt. Ein Instrument kann aber auch als Maschine beschrieben werden. Von diesem Standpunkt aus gedacht, entwickeln sich interessante Blickwinkel und Fragestellungen. Kann eine Maschine selbstständig Musik machen? Wie wird Musik wahrgenommen, wenn der Interpret nicht anwesend ist? Letztere Frage hat sich im Zeitalter der Digitalisierung fast erübrigt aber vor gute einem Jahrhundert als es noch keine Aufzeichnungsmethoden gab, war die Wahrnehmung untrennbar mit dem Interpreten verbunden. Gleichzeitig war man aber auch von einem automatischen Orchestrion auf dem Jahrmarkt begeistert oder lauschte dem Glockenspiel auf dem Kirchturm. Hier überlagert sich die mechanische Kunstfertigkeit in der Hervorbringung der Töne, mit der Frage nach der Speicherung der Klänge. Eine Faszination, die sich bis in die Antike zurückführen lässt. In den beiden Vorträgen werden diese ingenieurstechnische, die künstlerische und nicht zuletzt auch die ästhetischen Zusammenhänge dieser Entwicklung skizziert. Vom singenden Automaten in der Antike, über den selbstspielenden Trompeter bis hin zu den Mechanischen Klavieren und deren Möglichkeit der Klangaufzeichnung wird die Rede sein. Es wird anhand eines Metronoms dargestellt, wie maschinelles Denken die Interpretation bis heute beeinflusst. In einem letzten Schritt wird der Einfluss der Elektrizität auf die Musikalische Maschine beleuchtet.

31. Mai 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
MUSIK ALS MASCHINE – IDEENGESCHICHTLICHE ANMERKUNG ZUM AUTOMATISCHEN _Teil II_

Referent: Prof. Frank Böhme, Hochschule für Musik und Theater, Hamburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️


_Text: s. 24.05.22_





August Seitenanfang

18. August 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
Der Einfluss Japans auf die Kunst der Belle Époque

Referent: Dr. Gabriele Himmelmann, Kunsthistorikerin, Hamburg

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In der Mitte des 19. Jahrhunderts öffnete Japan nach langer Abschottung seine Grenzen. Es war der Auftakt für einen kulturellen Austausch, der für Europa höchst bedeutsam war. Japan kam in Mode: Kimonos, Fächer und Sonnenschirme eroberten die Boulevards der Metropolen. Die europäischen Künstler begeisterten sich vor allem für die andersartige malerische Haltung, die sich in den japanischen Kunstwerken zeigte. Die künstlerische Verbindung von europäischer Tradition und japanischen Farbholzschnitten führte zu einer neuen Bildauffassung, die sich in den Werken von Vincent van Gogh, Claude Monet, Henri de Toulouse-Lautrec, Edgar Degas und anderen beispielhaft zur Anschauung bringt.

Wir betrachten die kulturellen Wechselwirkungen zwischen Prozessen der Aneignung und dem Versuch, das Fremde als Vorbild zu verstehen.

23. August 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
Was kommt nach dem Menschen? Die posthumane Welt der Cyborgs, Klone und Androiden

Referent: Dr. Lars Scmeink, HafenCity Universität Hamburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Posthuman – Was bedeutet das? Was meinen wir damit? Der Begriff begegnet uns immer dann, wenn wir über technologischen Fortschritt sprechen, wenn wir Klone erschaffen oder Gene verändern, Künstliche Intelligenz erforschen oder Roboter bauen. Aber auch, wenn wir Prothesen verwenden, Körperteile ersetzen. Oder wenn wir den Körper modifizieren sei es durch Medizin und Technologie oder aus ästhetischen Gründen. Der Begriff des Posthumanen kann vielseitig benutzt werden, in der Philosophie, der Kunst, der Wissenschaft, der Politik, in den Medien. Aber eigentlich geht es uns dabei um Fragen nach der Natur des Menschen und seinen Grenzen. Der Vortrag leuchtet mit Hilfe der Science Fiction das Konzept aus und beschreibt die mögliche schöne neue Welt des Posthumanen.


September Seitenanfang

1. September 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich IV
ZUM 100. TODESTAG WALTER RATHENAUS

Referent: Dr. Stefan Vöhringer, Politologe und Kunsthistoriker

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Am 26. Juni 1922 ermordeten Angehörige der rechtsextremen Marine-Brigade Erhardt den ersten Außenminister der jungen Weimarer Republik. Unternehmer, Politiker, Schriftsteller, Intellektueller und Sammler: Der Vortrag porträtiert mit Walther Rathenau eine der vielfältigsten und interessantesten Persönlichkeiten in der deutschen Politik zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der nicht wenige Zeitgenossen und Historiker zugetraut hätten, Deutschlands Weg in den Abgrund zu verhindern.

6. September 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
DIE WELTUNTERGANGSMASCHINE

Referent: Dipl.-Phys. Carsten Busch, Univeristät Hamburg

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Noch Jahre bevor die „Atombombe“ einsatzfähig wurde, dachten einige Physiker schon über eine weitaus schrecklichere Waffe nach. Sie sollte die Energie der Sterne- die sogenannte Kernfusion - auf die Erde holen, um eine etwa tausend Mal größere Zerstörungskraft als die Hiroshima-Bombe zu entfesseln. Im Prinzip ist die Sprengkraft einer „Wasserstoffbombe“ im Gegensatz zur „Atombombe“ unbegrenzt.
Schon 1951 wurde die Kernfusion eingesetzt, um die Vernichtungskraft von Atombomben mit „boosted cores“ zu erhöhen. Die „offiziell“ erste thermonukleare Bombe „Mike“, die 1952 eine pazifische Insel verdampfte, war eher eine gigantische physikalische Experimentieranordnung als eine militärisch einsetzbare Waffe. In weiteren furchterregenden Tests wurde das Höllenfeuer der Sterne auf der Erde entfacht. Im Vortrag erfahren Sie unter anderem, wie ein japanisches Fischerboot durch den größten amerikanischen Nukleartest „Castle Bravo“ radioaktiv verseucht wurde und wie dieser Vorfall den ersten „Godzilla“-Film inspirierte.
Wie eine Wasserstoffbombe funktioniert und welche Ideen dazu entwickelt werden mussten, wird ebenfalls allgemeinverständlich erklärt.

8. September 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
POMPEJI – EINBLICKE IN EINE RÖMISCHE STADT

Referent: Dr. Claudia Tanck, Althistorikerin, Lauenburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H🗺️

Als am 24. Oktober 79 n. Chr. nach Jahrtausenden Ruhe der Vesuv ausbrach, wurden an seinem Fuß die Städte Herculaneum und Pompeji sowie viele kleinere Siedlungen von meterhohen Lava- und Ascheschichten vollkommen bedeckt und komplett ausgelöscht. Was für die Bewohner eine unvorstellbare Katastrophe war, die vielen einen qualvollen Tod brachte, sollte sich für die Altertumswissenschaften als Glücksfall erweisen. Während andere römische Städte dem allmählichen Verfall preisgegeben oder von nachfolgenden Genrationen überbaut wurden, wurde in Pompeji das Leben der frühen Kaiserzeit wie in einer Zeitkapsel bewahrt. Die gesamte Stadt ist mit allen Gebäuden und Straßenzügen erhalten geblieben, die Villen mit ihrer geschmackvollen Ausstattung und die vielen kleinen Geschäfte und Tavernen lassen das Alltagsleben lebendig werden, und die Tempel und die Graffitti an den Hauswänden bieten einen anschaulichen Einblick in Religion, Politik und gesellschaftliches Leben.

13. September 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
VERMESSEN IN BABYLON - NEUES ÜBER PLIMPTON 322 UND SI. 427

Referent: Prof. Dr. Thomas Schramm, HafenCity Universität, Hamburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Eine Analyse der Tontafel Plimpton 322 führte Mansfiled und Wildberger zur Interpretation, dass die hier gelisteten pythagoreischen Tripel als trigonometrische Tafel zu verstehen sind. Die ebenfalls neu interpretierte 3700 Jahre alte Tafel Si. 427 zeigt dann die Anwendung für Vermessungsaufgaben im alten Babylon.

27. September 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich V
SEIN NAME IST HASE – CONRAD WILHELM HASE - DIE BEDEUTUNG DES ARCHTEKTEN UND HOCHSCHULLEHRERS FÜR NORDDEUTSCHLANDS BAUKULTUR

Referent: Prof: Dr. Martin Pries, Leuphana Universität Lüneburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️


Als C. W. Hase am 2. Oktober 1818 als zehntes Kind des Steuereinnehmers Heinrich Adam Carl Hase in Einbeck zur Welt kam, konnte noch niemand ahnen, dass er zum einflussreichsten Architekten des 19. Jahrhunderts in Niedersachsen und ganz Norddeutschland werden würde. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass der Ziegel als Fassadenstein salonfähig wurde. Gleichzeitig führte die Rückbesinnung und Neuinterpretation der Gotik zu einer Vielfalt der Formsteine und glasierten Ziegel. Seine Architektur und die seiner Schüler setzte sich deutlich vom mit Stuckverzierungen überladenen Klassizismus oder der Gründerzeit ab.
Auch der Stadtbaurat in Lüneburg konnte sich der neuen Mode nicht entziehen. Konsequent wurde in der Hansestadt alles verbannt, war nicht dem Ideal der roten Backsteinstadt entsprach. Barocke oder klassizistische Putzfassaden wurden zurückgebaut, gelbe Mauern abgerissen und durch „passende“ rote ersetzt.
Der Vortrag will einen kleinen Eindruck vermitteln, wie einflussreich Conrad Wilhelm Hase und seine Schüler im städtischen und ländlichen Bauen gewesen sind.


Oktober Seitenanfang

6. Oktober 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
WILHELM RAABE UND DEUTSCHER MONDSCHEIN

Referent: Ulrike Budesheim, Germanistin, Reinbek

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H.🗺️

Man kann nicht sagen, dass Raabe heute ein breites Publikum hat. Das hatte er auch zu Lebzeiten selten, obgleich er viel und eifrig geschrieben hat, so z.B. 68 Romane. In der F.A.Z wurde 2021 nun ein Büchlein Raabes als neu ediert besprochen, das den Titel „Deutscher Mondschein“ trägt. Die wohlwollende Besprechung weist auch darauf hin, dass Raabe heute Anhänger hat, die sich für seine Ideen und seine kunstvolle Sprache interessieren. Die großen Romane, allen voran „Stopfkuchen“, zeigen seine Könnerschaft, die ihn von damaligen Zeitgenossen wie Theodor Storm oder Gottfried Keller abheben. - Einige Werke sollen vorgestellt werden.

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