Abendvorträge 2019

Es werden 31 Termine im Zeitraum vom 20.01.2019 bis 19.01.2020 angezeigt.
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Gehe zu Monat: Januar Februar März April Mai Juni August September Oktober November Dezember

 

Januar Seitenanfang

24. Januar 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
DER KLIMAWANDEL AM ENDE DER EISZEIT UND SEINE FOLGEN FÜR DIE MENSCHEN UND DIE UMWELT IN DER STEINZEIT

Referent: PD Dr. habil. Robert Sommer, Zoologe, Universität Rostock

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren kam es besonders in der nördlichen Hemisphäre der Erde zu einer dramatischen Klimaerwärmung. An kaltes Klima angepasste Tierarten wie Rentier oder Mammut starben in Mitteleuropa aus oder überlebten nur in arktischen Gebieten, dafür wanderten Arten wie Rothirsch, Elch oder Reh aus Gebieten Südeuropas zu uns, die an gemäßigtes Klima angepasst sind. Doch auch während der Nacheiszeit war das Klima variabel und beeinflusste nachweislich die Verbreitung von Tieren und Pflanzen. Der steinzeitliche Mensch breitete sich in dieser Zeit spürbar in der noch unberührten Urlandschaft aus, musste sich allerdings auch anpassen, um zu überleben. Menschen begannen schon vor vielen tausend Jahren selbst damit, ihre Umwelt zu verändern - das wiederum konnte Folgen für die Tierwelt haben. Es werden Beispiele dafür gegeben, wie sich die steinzeitlichen Jäger und Sammler kulturell sowie ökonomisch an diese Veränderungen und neuen Zustände angepasst haben. - In einem populärwissenschaftlichen Vortrag werden neuartige und spannende Erkenntnisse über Wechselwirkungen von Klima, Landschaft, Tierwelt und Mensch in der Steinzeit in allgemeinverständlicher Weise von einem Wissenschaftler vorgetragen, der diese Vorgänge und Zusammenhänge seit vielen Jahren mit verschiedenen Methoden aus den Fachrichtungen Biologie, Archäologie oder Geowissenschaften untersucht.

31. Januar 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich III
DEUTSCHE UND SLAWEN NÖRDLICH DER ELBE – NEUE FORSCHUNGSERGEBNISSE ZU KONFLIKTEN IM MITTELALTER

Referent: Günther Bock, Historiker, Großhansdorf

Am Domhof 12, Ratzeburg, Rokokosaal im Herrenhaus🗺️

Historiker „der älteren Schule“ gehen davon aus, dass die wiederholten kriegerischen Konflikte zwischen Sachsen und Slawen nördlich der Elbe vorrangig als Auseinandersetzungen zwischen den Repräsentanten des christlichen Glaubens und der sogenannten „heidnischen Kultur“ verstanden wurden. Die Werke Adams von Bremen und Helmolds von Bosau, die im strengen Sinn keine unabhängigen Geschichtswerke, sondern christlich gefärbte Auftragsarbeiten der damals regierenden Bischöfe sind, dienen ihnen als Beleg. Neuere und an überprüfbaren Fakten orientierte Forschungen zeigen nun eine andere und weitaus detailliertere Sichtweise. Diese Erkenntnisse gründen vor allem auf die „sträflich“ vernachlässigte Zusammenschau von historischen Überlieferungen, archäologischen Ergebnissen, den Untersuchungen von Orts- und Personennamen, genealogischen Forschungen und der Siedlungs- und Kunstgeschichte.
Der Historiker Günther Bock hat all dies zusammengetragen und kann so beweisen, dass insbesondere in den heutigen Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg zwischen 800 und 1300 weiträumige Kontakträume und Übergangszonen zwischen den Volksgruppen festzustellen sind, die ihrerseits neue historische Bewertungen erfordern. Von dem ohnehin umstrittenen „limes Saxoniae“ kann demnach keine Rede sein. Vielmehr stritten Vertreter der Kirche und des Adels (der auch unter sich) um Machteinfluss und Zinseinkünfte aus den Dörfern. „Adel, Kirche und Herrschaft - Die Unterelbe als Kontaktraum im europäischen Kontext des 10. bis 13. Jahrhunderts“ heißt sein über 600 Seiten starkes Werk, das im Spätsommer 2018 erschien und auch die europaweiten Vernetzungen dieser Region untersucht. Der Vortrag geht auf die wichtigsten neuen Erkenntnisse und die daraus resultierenden Geschichtskorrekturen ein.

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Ratzeburg)


Februar Seitenanfang

12. Februar 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VII
STUDIENREISE: WASHINGTON D.C.

Referent: PD Dr. Maria Moss, Leuphana Universität Lüneburg

Blumenstraße 29, 21481 Lauenburg, Hotel Bellevue🗺️

Der Vortrag mit Power-Point-Präsentation wird eine Studienreise in die Hauptstadt der USA dokumentieren, die ich im September 2018 mit Studierenden der Leuphana Universität Lüneburg durchgeführt habe. Im Mittelpunkt dieser Studienreise steht Washingtons unvergleichliche Museenlandschaft, die sog. Smithsoninan Institution. Dieser weltweit größte Museumskomplex beherbergt u.a. das National Air and Space Museum, das National Museum of Natural History, das National Museum of the American Indian sowie das erst 2016 eröffnete National Museum of African American History and Culture. Doch auch die unzähligen Denkmäler (z.B. Lincoln Memorial, Vietnam Veterans Memorial) sowie die politischen Instanzen des krisengeschüttelten Washington und Schauplätze der Weltpolitik (z.B. White House, United States Capitol, Supreme Court, Library of Congress) stehen auf der Tagesordnung.

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Lauenburg)

20. Februar 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VI
DEM HOLZ DETEKTIVISCH AUF DIE FASER GESCHAUT – AUS DER ARBEIT DES THÜNENKOMPETENZZENTRUMS „HOLZHERKÜNFTE“ IN LOHBRÜGGE

Referent: Dr. Gerald Koch, Thünen-Institut für Holzforschung, Lohbrügge

Schulweg 1, Büchen, Schule Büchen, Eingang D🗺️

Als Beitrag zum globalen Waldschutz ist im Jahr 2013 in der EU eine neue Holzhandelsverordnung in Kraft getreten. Sie verbietet den Import und den Handel mit illegal eingeschlagenem Holz und daraus hergestellten Produkten. Händler, die Holz und Holzprodukte in die EU einführen, müssen besondere Sorgfaltspflichten beachten. Die eindeutige Bestimmung der Holzarten ist auch in Bezug auf die Bewertung der Produkteigenschaften (Verbraucherschutz) von großer Bedeutung, da in zunehmendem Maße auch relativ unbekannte Hölzer verarbeitet werden, die oftmals nicht die definierten Eigenschaften (z.B. natürliche Dauerhaftigkeit oder Festigkeit) erfüllen.
Treten bei Kontrollen Zweifel an der richtigen Deklaration der Hölzer auf oder besteht der Verdacht, dass geschützte bzw. nicht mit den angegebenen Qualitätseigenschaften ausgestattete Holzarten gehandelt werden, stellt das Thünen-Kompetenzzentrum „Holzherkünfte“ seine Expertise zur Verfügung. Es besitzt national und international eine führende Stellung auf den Gebieten Holzartenbestimmung und genetischer Herkunftsnachweis und ist deswegen zentrale Anlaufstelle für Behörden, Holzhandel, Verbraucher und Verbände bei Fragen des Art- und Herkunftsnachweises von Holz und Holzprodukten. Es ist in der Lage, Holzproben zweifels-frei auf Gattungs- bzw. Artniveau zu bestimmen und kann für eine zunehmende Anzahl von Baumarten An-gaben zur geographischen Herkunft des Holzes überprüfen.
Als Grundlage für eine zweifelsfreie Holzartenbestimmung unterhält das Institut eine der weltweit größten wissenschaftlichen Holzsammlungen mit etwa 37.500 Mustern und 50.000 mikroskopischen Präparaten. Diese Sammlungen dienen als belegtes Referenzmaterial für die makroskopische und mikroskopische Bestimmung von international gehandelten Hölzern. Jährlich werden über 1.000 offizielle Prüfaufträge (ca. 20.000 Einzelproben) zur gutachterlichen Bestimmung international gehandelter Hölzer bearbeitet.

(in Zusammenarbeit mit dem NABU Büchen)

Schauen Sie sich bitte auch folgende Information an:

BESUCH DES KOMPETENZZENTRUMS „HOLZHERKÜNFTE“ IN LOHBRÜGGE

Treffpunkt: Parkplatz Sporthalle Büchen, 13.00 Uhr oder direkt am Institut für...

21. Februar 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich V
WALDESLUST UND WAIDMANNSHEIL – FORST UND JAGD AUF RITTERGÜTERN IN MECKLENBURG UND VORPOMMERN

Referent: Dr. Angelika Halama, Geographin, Buxtehude

Bergedorfer Straße 28, Geesthacht, Krügersches Haus🗺️

Mecklenburg und Vorpommern gehören zu den wald- ärmsten Teilen Deutschlands. Größere Waldungen waren in landesherrlichen Besitz. Doch auch auf den Rittergütern spielte der Wald eine gewisse Rolle, als Quelle für Bau- und Brennholz, für die Herstellung von allerlei Gerät und nicht zuletzt als Sparbüchse für schlechte Zeiten. Bei jagdbegeisterten Gutsherren war der Wald auch Einstand und Deckung für das Wild. Die Jagd erfüllte ebenfalls mehrere Zwecke: Bekämpfung des Wildschadens auf den landwirtschaftlichen Flächen, Beschaffung von Frischfleisch, Zeitvertreib in einer Zeit, in der Telefon, Rundfunk, Fernsehen und Internet noch nicht erfunden waren und in der die Pflege des sozialen Netzwerks noch analog erfolgte.

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Geesthacht)

26. Februar 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
DIE LUTIZEN IN NORDDEUTSCHLAND – ARCHÄOLOGIE EINER KRIEGERISCHEN STAMMESWELT

Referent: PD Dr. Felix Biermann, Universität Greifswald

Am Domhof 12, Ratzeburg, Rokokosaal im Herrenhaus🗺️

Die Lutizen waren miteinander verbündete nordwestslawische Stämme im heutigen nordostdeutschen Raum, die bei einem großen Aufstand im Jahre 983 die deutsche Vorherrschaft abschüttelten, zu ihren alten Göttern zurückkehrten und ihre Unabhängigkeit für die folgenden anderthalb Jahrhunderte wahren konnten. Im 12. Jahrhundert unterlagen sie, durch innere Wirren geschwächt und zunehmend anachronistisch im christlichen Mitteleuropa, der Übermacht ihrer deutschen, polnischen und dänischen Nachbarn. Die Lutizenzeit bildet eine faszinierende Episode der slawischen Geschichte im Südwesten der Ostsee: Die befestigten Herrschaftssitze kriegerischer Häuptlinge prägen als gewaltige Burgwälle bis heute die Kulturlandschaft, prachtvolle Silberschätze dokumentieren weitreichenden Fernhandel, und die Sage hat sich des lutizischen Haupttempels Riedegost/Rethra angenommen, der bis heute nicht sicher lokalisiert werden kann. Neue archäologische Funde und Ausgrabungen bieten spannende Einsichten in die Struktur und Entwicklung der lutizischen tribal areas. Über das neue Bild dieser untergegangenen Stammeswelt gibt der reich bebilderte Vortrag einen Überblick.

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Ratzeburg)

28. Februar 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich III
LEBEN AM STROM – AUSGRABUNGEN AUF DER CREMONINSEL IN HAMBURG

Referent: Kay-Peter Suchowa, Archäologe und Grabungsleiter, Archäologisches Museum Hamburg in Harburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Heute ist sie im aktuellen Stadtbild Hamburgs nicht mehr zu erkennen. Nur eine Straßenbezeichnung weist noch darauf hin, dass sich hier im Mittelalter zwischen Alster (Nikolaifleet) und Katharinenfleet eine eingedeichte und besiedelte Marscheninsel in der Elbe befand: die Cremon-Insel. Das Fleet wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Trümmerschutt der zerstörten Häuser der Insel verfüllt. Das Fleet und die Insel verschwanden, neue Straßen und Häuser entstanden.
Als sich 2017 wegen eines Gebäude-Abrisses an der Straße „Bei den Mühren“ eine Baulücke auftat, ergriff das für archäologische Grabungen zuständige Museum in Harburg (früher Helms-Museum) die Gelegenheit und beauftrage Kay-Peter Suchowa mit seiner Grabungsmannschaft mit der Erforschung der mittelalterlichen Besiedlung, die im 12. Jahrhundert begann und sich unter dem Bauschutt erhalten hatte. Den Ausgräbern öffnete sich eine wahre Fundgrube an Keramik, Trümmern von Häusern, Knochen, Pfeifen, Kinderspielzeug und von Fabriken, die sich hier einst ansiedelten – vor allem solche für Schnaps- und Zuckerherstellung. Die Kulturschicht war fast fünfeinhalb Meter mächtig, „ihre Schätze“ blieben im feuchten Untergrund gut erhalten. Weit mehr als 1000 Funde konnten vom Archäologen und seinem Team ausgewertet werden und ergaben ein hoch interessantes Bild mittelalterlichen Wohnens und Handels im frühen Hamburg.


März Seitenanfang

7. März 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
LEBENS- UND WIRKUNGSSTÄTTEN MARTIN LUTHERS IN SACHSEN, SACHSEN-ANHALT UND THÜRINGEN

Referent: Dr. Werner Budesheim

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Anlässlich des Anschlags der 95 Thesen Martin Luthers an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg vor 500 Jahren wurden für 2017 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen alle Lutherstätten aufs feinste in Stand gesetzt. Der Referent hat 2018 auf einer Rundreise durch die genannten Bundesländer die Aufenthalts- und Wirkungsstätten Luthers besucht und möchte, von Ihnen ausgehend, wichtige Züge aus Luthers Leben gedanklich nachvollziehen.
Der Vortrag dient auch ein wenig der Vorbereitung auf die Reise zu den Luther-Stationen vom 17. bis 23.06.19.

Schauen Sie sich bitte auch folgende Information an:

AUF DEN SPUREN VON LUTHER IN SACHSEN, SACHSEN-ANHALT UND THÜRINGEN, DAZU EIN BISSCHEN GOETHE IN WEIMAR UND WAS NOCH AM WEGE LIEGT

Nachdem die Besucherströme zu den Lutherstätten nach 2017 und 2018 etwas abgeklungen...

20. März 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
EXPEDITION AN DEN RAND DES ANTARKTISCHEN KONTINENTS – MIT DEM FORSCHUNGSSCHIFF „POLARSTERN“ AUF DEN SPUREN ANTHROPOGENER VERÄNDERUNGEN

Referent: Dr. Jan Michels, Kiel

Schulweg 1, Büchen, Schule Büchen, Eingang D🗺️

Der durch die Menschheit verursachte Anstieg des Kohlendioxidgehalts der Atmosphäre hat in vielen Gebieten der Erde zu einer relativ deutlichen Erwärmung der erdnahen Atmosphäre und der Ozeane und zu einer Abnahme des pH-Werts des Meerwassers, Ozeanversauerung genannt, geführt. Im Januar 2018 begab sich eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Bord des deutschen Forschungsschiffs „Polarstern“ auf den Weg zum Filchner-Ronne-Schelfeis, dem zweitgrößten Schelfeis der Antarktis. Am Rand dieses Schelfeises wurden Daten und Proben gesammelt, mit deren Hilfe der Einfluss der anthropogenen Erwärmung auf den Zustand des Schelfeises detailliert untersucht werden soll. Weitere Projekte haben den Einfluss der Ozeanversauerung auf die Kalkschalen von Meeresorganismen und die Verunreinigung des Südpolarmeers mit Plastikpartikeln zum Thema.
In dem Vortrag werden die Problematik der Erwärmung der Antarktis und die Themen, Ziele und ersten Ergebnisse der genannten Projekte erläutert. Darüber hinaus wird der Ablauf der „Polarstern“-Expedition mit zahlreichen Fotos anschaulich beschrieben.

(in Zusammenarbeit mit dem NABU Büchen)

28. März 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
CHRISTO UND JEANNE CLAUDE – VERHÜLLEN ALS KUNST

Referent: Dr. Detlef Stein, Kunsthalle Bremen

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Mit der Verhüllung des Berliner Reichstagsgebäudes als „Wrapped Reichstag“ wurde das Künstlerpaar Christo und Jeanne Claude im Sommer 1995 weltberühmt. Die Idee der Verhüllung als künstlerische Praxis ist allerdings viel älter. Entwickelt hat sie Christo bereits während der 1960er Jahre.
Der Vortrag zeichnet die packende Lebensgeschichte Christos nach, der als junger Mann aus Bulgarien geflüchtet ist und sich in Paris als Auftragsporträtist etablieren konnte, wo er auch Jeanne Claude kennen lernte. Gemeinsam werden sie fortan Projekte entwickeln, die Kunstgeschichte schreiben.


April Seitenanfang

1. April 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich IV
VON WEIMAR IN DIE WELT – 100 JAHRE BAUHAUS

Referent: Dr. Stefan Vöhringer, Kunsthistoriker Kiel

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Am 1. April 1919 gründete der Architekt Walter Gropius in Weimar das Bauhaus – als Schule für Architekten, Künstler und Designer, mit dem Ziel durch das Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk eine umfassende Gestaltung des Lebensalltags zu erreichen. Obwohl das Bauhaus insgesamt nur 14 Jahre existierte und sich bereits 1933 wieder auflöste, wurde es zum Inbegriff eines Architektur- und Designstils, der bis heute für Modernität und Funktionalität steht. Künstler wie Johannes Itten, Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassily Kandinsky oder Mies van der Rohe lehrten am Bauhaus und prägten eine neue Avantgarde.
Der Vortrag geht dem weltweiten Einfluss des Bauhauses nach und erklärt seine herausragende Bedeutung für die Kunst der Moderne.

11. April 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
BERNHARD SCHMIDT (1879-1935) UND DIE ENTWICKLUNG DES SCHMIDTTELESKOPS

Referent: Prof. Dr. Gudrun Wolfschmidt, Universität Hamburg, Zentrum für Geschichte der Naturwissenschaften und Technik

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Vor genau 140 Jahren wurde Bernhard Schmidt (1879-1935) auf der Insel Naissaar (deutsch Nargen) in Estland geboren. Bei Experimenten mit Schießpulver verlor er als Jugendlicher seinen rechten Arm. Nach einem Ingenieurstudium an der Chalmers University of Technology in Göteborg, Schweden, und am Technikum Mittweida, Sachsen, von 1901 bis 1904, eröffnete er in Mittweida eine Werkstatt für astronomische Instrumente. Astronomen schätzten die Qualität seiner Teleskope.
Seit 1925 entwickelte er für die Hamburger Sternwarte ein innovatives Instrument zur Astrophotographie - kurzbrennweitig, mit einem großen Gesichtsfeld und ohne Bildfehler. Dazu verlegte er seine Werkstatt in die Sternwarte und schuf seinen 36cm "Schmidtspiegel" (44cm sphärischer Spiegel, 36cm Korrektionsplatte, Öffnungsverhältnis 1:1.75, 62.5cm Brennweite). Nach Schmidts Tod veröffentlichte der Direktor der Hamburger Sternwarte Details der Konstruktion. Einige parallele Versuche von Teleskopen mit großem Gesichtsfeld werden vergleichend ebenfalls diskutiert (Karl Schwarzschild in Göttingen, Yrjö Väisälä in Finnland, Maksutov in Rußland).
Nach dem Zweiten Weltkrieg verbreiteten sich die Schmidtspiegel, 1948 der erste große Schmidtspiegel, der "Big Schmidt" (126cm), Mount Palomar, USA. Der 80cm Schmidtspiegel der Hamburger Sternwarte (1955) hat seit 1976 erfolgreich auf Calar Alto, Spanien, gearbeitet.

23. April 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
AUFBRUCH IN DIE MODERNE – KÜNSTLERINNEN UM 1900

Referent: Dr. Katrin Schmersahl, Historikerin, Hamburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

„Müssen Frauen unbekleidet sein, um ins Museum zu kommen?“ Diese provokante Frage einiger Aktivistinnen vor nunmehr knapp 30 Jahren müsste auch heute noch für die meisten Museen mit „ja“ beantwortet werden. Nach wie vor gibt es mehr Frauenakte auf Bildern als Bilder von Frauen. Bis heute sind Bilder von Künstlerinnen in den Museen stark unterrepräsentiert. Dabei haben Künstlerinnen durchaus zum Durchbruch der Moderne in der Malerei beigetragen. Allerdings brauchten Frauen, die um 1900 ernsthaft Künstlerinnen werden wollten, großes Selbstbewusstsein, wurden sie doch als “Malweiber“ und „Diletantinnen“ diffamiert. Trotzdem: eine Reihe von Künstlerinnen machte sich zu Ende des 19. Jahrhunderts auf den Weg, unter ihnen Ida Gerhardi, Gabriele Münter, Marianne von Werefkin, Erma Bossi, Maria Slavona, Julie Wolfthorn u.a.m.

25. April 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich III
ZEHN JAHRE FORSCHUNG IM TOLLENSETAL: EINE ZWISCHENBILANZ

Referent: Dr. Detlef Jantzen, Archäologe und Leiter des Dezernats Archäologie im Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege von Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

1996 machte ein Hobby-Bodendenkmalpfleger eine merkwürdige Entdeckung im Uferbereich der Tollense nördlich von Altentreptow: Aus dem Schlick zog er einen menschlichen Oberarmknochen, in dem eine Pfeilspitze aus Feuerstein steckte. Er ahnte nicht, was sich in den kommenden mehr als zwanzig Jahren daraus entwickeln sollte. Archäologen des Landesamtes, ehrenamtliche Helfer und Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen aus den Universitäten Greifswald und Hamburg waren der größten bisher bekannten Schlacht der Bronzezeit auf europäischem Boden auf der Spur. Zwischen fünf- und sechstausend Menschen müssen sich hier an einem möglichen Kreuzungspunkt zweier wichtiger Fernstraßen an einem Flußübergang (Furt und Brücke) um 1.250 Jahren vor Christi Geburt einen Kampf riesigen Ausmaßes geliefert haben, meist waren es junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren.
2007 begann die systematische Untersuchung des Gebiets an der mäandrierenden Tollense, seit 2010 auch mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Auf einer Streckenlänge von drei Kilometern stießen die Archäologen auf fast 15.000 Fragmente im Fluss, am Ufer und im Boden der Wiesen des Urstromtals. Und die Suche geht weiter… Mit modernsten wissenschaftlichen Methoden wurden und werden die Funde untersucht, vermessen und eingeordnet. Viele Fragen sind noch offen: Woher kamen die Krieger? Was wollten sie? Was war der eigentliche Grund für die Schlacht?
Dr. Detlef Jantzen, der die Ausgrabungen und die Recherchen seit Anfang an verfolgt und dokumentiert, gibt in einem spannenden Vortrag Auskunft über ein epochales Ereignis der Bronzezeit und ordnet sie geschichtlich ein. Mit weiteren Überraschungen muss in der Zukunft wohl noch gerechnet werden.

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Schwarzenbek )


Mai Seitenanfang

9. Mai 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich V
RUMÄNIEN – LAND DER KONTRASTE

Referent: Prof. Dr. Peter Pez, Leuphana Universität Lüneburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Die südosteuropäischen Länder Rumänien und Bulgarien waren bislang die letzten Staaten, die der Europäischen Union beitreten durften, womit sie sich in Richtung Südosten ausdehnte. Deutschland hat zu Rumänien besondere Bindungen, bis heute gibt es dort in Siebenbürgen eine – allerdings stark im Schwinden begriffene deutsche Minderheit. Warum diese „Siebenbürger Sachsen“ keine Sachsen sind, warum ihre Region zugleich Transsylvanien genannt wird, dies aber nichts mit Vampiren zu tun hat, das soll im Vortrag Erwähnung finden. Wichtiger aber noch ist es, einen Blick in die heutige wirtschaftliche und politische Struktur des Landes zu werfen, das 1989 ebenso blutig wie tapfer die kommunistische Diktatur unter Nicolae Ceausescu abwarf und heute mit Korruption und Populismus ringt.

23. Mai 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VII
WIE AKTUELL IST BERTOLD BRECHT?

Referent: Ulrike Budesheim, Germanistin, Reinbek

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Nur jeder fünfte Deutsche über 16 Jahren kennt noch Bertold Brechts Namen. Früher war er viel bekannter, aber was heißt das schon? Suhrkamp, Brechts Verlag, kommentierte das Ergebnis ganz locker, indem er darauf hinwies, dass immerhin jährlich 300.000 Brecht-Bücher verkauft würden. Das ist eine stolze Zahl. Auch im Theatergeschehen ist Brecht heute nicht wegzudenken. Fast jedes Stadttheater in Deutschland hat einen Brecht im Programm. Also alles im Ordnung? So ganz nicht, denn Brecht hat nicht nur zu seinen Lebzeiten die Leute polarisiert. Brecht war, wie viele Linke damals, dem Kommunismus zugeneigt, was ihn im bürgerlichen Lager nicht beliebt machte. Da ist man heute toleranter, aber was hat Brecht heute zu bieten? Veraltete Kommunismusparolen, klamaukige Stücke mit Revuecharakter oder feine Lyrik mit eigener Sprache? – Es sollen verschiedenen Facetten Brechts angesprochen und seine bekanntesten Stücke näher betrachtet werden.


Juni Seitenanfang

6. Juni 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
HIGH-TEC AN DER RITTERBURG

Referent: Dipl.-Ing. Carlos Acevedo, Prof. Dr. Thomas Schramm, Dipl.-Ing. Kay Zobel HafenCity Universität Hamburg - Studiengang Geodäsie und Geoinformatik

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

In der Tagesexkursion zu den „Versteckten Wallanlagen und Burgen in Flur und Wald“ im Mai 2018 wurde auch die Burg bzw. deren Reste in Linau besucht. Der Burghügel mit seinen verbliebenen Mauerresten des Bergfrieds wurde nun aufwendig gesichert und teilweise rekonstruiert. Mit unserem Team der Geodäsie und Geoinformatik aus der HafenCity Universität haben wir die die Situation vor und nach den Arbeiten mit Laserscannern und Drohnen dokumentiert und stellen hier die Ergebnisse vor.
Neben diesen konkreten Anwendungen zeigen wir die verwendeten Instrumente und die Möglichkeiten dieser modernen Messtechnik.

13. Juni 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
NEUIGKEITEN AUS DER STEINZEIT – AKTUELLE FORSCHUNGEN ZU DEN GROßSTEINGRÄBERN NORDDEUTSCHLANDS

Referent: Dr. Rüdiger Kelm, Archäologe und Leiter des Steinzeitparks Dithmarschen in Albersdorf

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Ab etwa 4.000 vor Christi Geburt tauchten sie von Westen, Norden und Osten kommend überall in Norddeutschland auf – fremde Menschen, die ihre Toten in großen Steingräbern (den sogenannten Megalithgräbern) bestatteten. Sie kamen vermutlich nach jahrhundertelangen Wanderungen aus dem Schwarzmeergebiet und/oder aus Vorderasien und brachten nicht nur Ackerbau und Viehzucht mit, sie revolutionierten Kultur (nach der Form der Gefäße auch Trichterbecherkultur genannt) und Leben der hier siedelnden Sammler, Jäger und Fischer.
In den letzten Jahren wurden umfangreiche Forschungen zur Geschichte und Nutzung der faszinierenden Großsteingrabkultur in Norddeutschland durchgeführt, vor allem im Rahmen des umfangreichen Projektes „Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung“ des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel, das Teil einer Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder werden soll. Die überraschenden Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen – unter anderem zum Alter der Anlagen, zu bisher völlig unbekannten hölzernen Vorgängerbauten, zu komplexen steinzeitlichen Wegesystemen und zu umfassenden gesellschaftlichem Wandel – werden vor allem an den Beispielen neuer Ergebnisse aus der Region Westholstein vorgestellt. Das „Geheimnis der Großsteingräber“ wird im Vortrag (wie der Referent meint: „ein bisschen“) enträtselt.
Der Vortrag dient als Einführung in die am 22. Juni geplante ganztägige Exkursion in den Steinzeitpark Dithmarschen bei Albersdorf und zu zwei Großsteingräbern in der Nähe


August Seitenanfang

29. August 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
EIN KÜNSTLER IM FOKUS - EDWARD HOPPER

Referent: Dr. Gabriele Himmelmann, Kunsthistorikerin, Hamburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

„Könnte man es in Worten sagen, gäbe es keinen Grund zu malen“ – so äußerte sich Edward Hopper (1882-1967) zu seinen Werken, deren visuelle Sprachfähigkeit wie ihr eigentümlicher, unterkühlter Realismus bis heute die Menschen fasziniert. Er schildert die Einsamkeit des Großstadtmenschen in urbanen Errungenschaften wie Bars, Schnellrestaurants, Vergnügungsparks und Hotelzimmern – gezeigt wird das Lebensgefühl der amerikanischen Gesellschaft dieser Zeit zwischen Mobilität und Anonymität, Fortschrittseuphorie und Isolation. Seine Bilder gelten als Inbegriff der Melancholie, der unerfüllten Sehnsüchte des modernen Lebens, der Isolation und Lebensleere; ihnen eigen ist eine zeitlose, universelle Eindringlichkeit.


September Seitenanfang

5. September 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
GRAVITATIONSLINSEN: FATA MORGANEN IN EINSTEINS UNIVERSUM

Referent: Dipl.-Phys. Carsten Busch, Geschichte der Naturwissenschaften, Universität Hamburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Eine der faszinierendsten Vorhersagen von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie aus dem Jahr 1915 ist die Existenz kosmischer Trugbilder, die durch sogenannte Gravitationslinsen verursacht werden. Erst 1979 wurde dann die erste Gravitationslinse entdeckt.
2015 erhielten Gravitationslinsen sogar einen Oscar (für visuelle Effekte): In „Interstellar“ konnten Kinozuschauer den spektakulären Anblick bewundern, den ein supermassives Schwarzes Loch mit mehreren hundert Millionen Sonnenmassen als Gravitationslinse bewirken würde. Doch die Geschichte dieser kosmischen Fata Morganen begann nicht erst mit ihrer Entdeckung, sondern lange vorher. Ihre Theorie wurde von schillernden Wissenschaftlern und Amateuren entwickelt – von Geistersehern, Träumern und Propheten.
Lernen Sie im allgemeinverständlichen Vortrag Gravitationslinsen, die spannende Geschichte ihrer Erforschung und auch die besonderen Menschen kennen, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen!

12. September 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
PAUL GAUGIN UND DIE KÜNSTLERKOLONIE VON PONT AVEN

Referent: Dr. Detlef Stein, Kunsthalle Bremen

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

In den späten 1880er Jahren arbeitete Paul Gauguin mit anderen Malern im kleinen Pont Aven, einem Dorf in der Bretagne. Das traditionelle Landleben und das lokale Brauchtum setzte Gauguin in einer zukunftsweisenden Malerei ins Bild, die schon bald Symbolismus genannt werden wird. Nicht mehr an der äußeren, sichtbaren Wirklichkeit wollte der Maler seine Kunst orientieren, sondern sie vielmehr aus dem „mysteriösen Zentrum seines Denkens“ schöpfen. Nicht nur sein Austausch mit Malern wie E. Bernard oder V. van Gogh, sondern auch seine Pläne, Europa zu verlassen, fallen in den im Vortrag beschriebenen Abschnitt von Gauguins Leben.

19. September 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
ALEXANDER VON HUMBOLDT – ENTDECKER DER WELT – ANLÄSSLICH SEINES 250. GEBURTSTAGES

Referent: Dr. Werner Budesheim

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Am 14. September 1769 kam Alexander von Humboldt in Tegel zur Welt. Es galt im Vergleich zu seinem um zwei Jahre älteren Bruder Wilhelm eher als schwächlich und flatterhaft. Dabei zeigte sich in frühen Jahren, noch unerkannt, seine breit gefächerte Neugier an den Erscheinungen der Welt. Wie damals üblich, ging die Bildung beim Adel und dem „besseren“ Bürgertum über Hauslehrer. Sprachen, Zeichnen, Musik waren Pflicht. A. v. Humboldt interessierte sich früh für Botanik. In Frankfurt /Oder begann er mit dem Studium der Kameralia (heute wohl Volkswirtschaftslehre). Er wechselte zu der damals sehr anerkannten Universität Göttingen. Von Göttingen begann er seine erste große Reise über Kassel, Frankfurt nach Mainz, wo er Georg Forster, der mit Cook die Welt umsegelt hatte, besuchte. Gemeinsam fuhren Sie den Rhein hinab und von Calais dann nach England. Das war der Beginn von weltumspannenden Reisen und Erkundungen von Südamerika bis nach Asien. Sein höchstes Glück sei, soll er einmal gesagt haben, nicht der erfolgreich Anschluss eines Unternehmens, sondern die Aussicht und die Planung für ein neues.

26. September 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich III
EIN JAHR UNESCO-WELTKULTURERERBE – HAITHABU UND DAS DANEWERK

Referent: Matthias Maluck M.A., Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, Schleswig

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Am 30. Juni 2018 knallten im fernen Bahrein und im Archäologischen Landesamt in Schleswig die Sektkorken: Der „Archäologische Grenzkomplex Haithabu und Danewerk“ war von der UNESCO - dem Weltrat für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation - nach jahrelanger Prüfung zum Weltkulturerbe erklärt worden. Schleswig-Holstein hatte damit nach der Altstadt von Lübeck und dem Wattenmeer ein drittes Welterbe von „außergewöhnlichem universellem Wert“.

Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert besaß die von einem Halbkreiswall geschützte Wikinger- und Seehandelsstadt Haithabu mit ihren rund 3.000 Einwohnern am Ende der Schlei einen sehr hohen Bekanntheitsgrad in der damals bekannten Welt. Wie auch in Birka im schwedischen Mälarsee flossen hier die Handelsströme aus allen Himmelsrichtungen zusammen. Händler und Handwerker aus allen Ländern - selbst aus dem Mittleren Asien - verkauften und produzierten hier ihre Waren. Ein noch heute sichtbarer rund 27 Kilometer langer Wall von Haithabu bis nach Hollingstedt an der Treene, wo sich der „Nordseehafen“ der Wikinger befand, schützte nicht nur den Transportweg und die Waren, sondern auch die nördlich davon siedelnden Dänen (Jüten) gegen die aus dem Süden vordringenden Sachsen, Franken und Slawen. Das Danewerk, das nach neuesten Untersuchungen bereits in der Mitte des fünften Jahrhunderts angelegt wurde, diente als Grenzanlage und hatte nur einen offiziellen Durchgang am Ochsenweg, der von Norden nach Süden quer durch Jütland führte.
Matthias Maluck schildert in seinem Vortrag nicht nur die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse Haithabus bis zu ihrem Untergang 1066, sondern berichtet als versierter Insider über die zahlreichen Versuche und Rückschläge, das Projekt zu einem Weltkulturerbe werden zu lassen. Seit 2004 bemühten sich sein Team des Archäologischen Landesamtes und er um die Bewerbung. Als eine internationale Kooperation mit Island, Norwegen, Schweden, Dänemark und Estland scheiterte, versuchte Schleswig-Holstein ab 2014 einen am Ende erfolgreichen Alleingang. Die am Danewerk liegenden Gemeinden und Kreise unterstützten den Plan nachhaltig.


Oktober Seitenanfang

1. Oktober 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
SCHWARZ - EINIGE AUFHELLENDE KULTURGESCHICHTLICHE GEDANKEN ÜBER DAS DUNKLE

Referent: Prof. Frank Böhme, Hochschule für Musik und Theater, Dekanat 12

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Mit der Nennung der Farbe Schwarz wird der Resonanzraum der Bedeutungszuordnungen in Erregung versetzt. Wie kaum eine andere Farbe ist die kulturelle Symbolik von einem globalen Kontrastreichtum geprägt. Im Gegensatz zu anderen Farben entzieht sich das „Phänomen Schwarz“ aber eigenartiger Weise einer kategorialen Bestimmung. Dies mag der Tatsache geschuldet sein, dass sie meist mit anderen Farben assoziiert oder kombiniert wird. Dadurch ist man bei einer kulturgeschichtlichen Annährung gezwungen, die anderen Farben mitzudenken. Der interdisziplinäre Blickwinkel ist der Einzige, um die Bedeutungsebenen des Schwarzen angemessen reflektieren zu können. Für diesen Vortrag operieren wir also vom Standpunkt des Schwarzen aus und legen das Spektrum der Bedeutungsebenen frei.
Trotz der Lichtabsorption hat das Schwarze eine intentionale Ausstrahlung. Für den Ökonomen ist das Erzielen von schwarzen Zahlen Berufsmotivation nur bei der Verfehlung des Jahreszieles und der damit verbundenen Rotfärbung der Bilanz ist der „Schwarze Peter“ ziemlich schnell gefunden. In einer globalisierten und farbenfrohen Gesellschaft hat natürlich auch das „Schwarzmalen“ der apokalyptisch eingestellten Mitmenschen ihren festen Platz, dem man nicht zuletzt mit dem sprichwörtlich „schwarzen Humor“ begegnen kann. Die Ursprünge der modischen Eleganz, die mit der Farbe Schwarz verbunden sind, liegen in der Zeit, als diese Farbe ein Symbol der sozialen Abgrenzung war. Schwarz war in Europa jahrhundertelang die Farbe, an der man die Zugehörigkeit zur Aristokratie erkennen konnte. Ein Blick auf die Schwarz-Weiß Fotos der 20er Jahre zeigt wie die weibliche Modewelt diese Trennlinie einreist. Heutzutage hat schwarze Eleganz einen festen Platz im zeitgenössischen Modebild. Schwarze Löcher am Himmel entziehen sich einem schnellen Verständnis, haben aber etwas genauso Geheimnisvolles wie die schwarze Line der japanischen Kalligraphie.
Alles Farbige ist eingebettet in den elementaren Kontrast von Schwarz und Weiß. Ohne diese beiden Abtönfarben gäbe es keine Kontrastierungen in der farbigen Umwelt. Im Schwarzen verliert sich alles Farbige, im Weißen löst es sich auf. Über das Schwarze nachdenken heißt sich dem Farbigen bewusster zu werden.
Mit diesen Zeilen ist es jetzt „Schwarz auf Weiß“: dieser Vortrag bemüht sich um eine weitgefächerte Aufhellung.

15. Oktober 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich V
VIETNAM UND KAMBODSCHA – DIE NEUEN TIGERSTAATEN ASIENS?

Referent: Prof. Dr. Martin Pries, Universität Lüneburg

Blumenstraße 29, 21481 Lauenburg, Hotel Bellevue🗺️

Die beiden asiatischen Staaten erleben in den letzten Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum. Mit den steigenden Löhnen in China verlagern immer mehr Unternehmen ihre Produktion nach Vietnam und Kambodscha.
Vietnam war nach dem 2. Weltkrieg lange Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen.
Nach dem Sieg Nordvietnams über den westlich orientierten Süden übernahm zunächst ein kommunistisches Regime die Kontrolle mit starker Planwirtschaft.
Die Liberalisierung der Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten führte zu einem rasanten Wirtschaftswachstum. Besonders starken Einfluss übt der ehemalige Verbündete China aus.
Beide Länder haben eine konfliktreiche Vergangenheit. In Vietnam hinterließ der Krieg schwere Zerstörungen, in Kambodscha wütete die Roten Khmer schwer in der eigenen Bevölkerung. Unzählige Kulturgüter gingen in der Zeit verloren, vieles blieb aber auch erhalten.
Im Vortrag soll der Kontrast zwischen dynamisch wachsenden Städten und historischen Stätten herausgearbeitet werden.

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Lauenburg)

24. Oktober 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
IONIEN – BRÜCKE ZWISCHEN GRIECHENLAND UND ORIENT

Referent: Dr. Claudia Tanck, Althistorikerin, Lauenburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Im Mittelpunkt dieses Vortrages steht eine Region, deren Bedeutung für die Entwicklung der griechischen Kultur nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Im 11. und 10. Jahrhundert v.Chr. verließen Menschen Griechenland, um sich an der Küste Kleinasiens niederzulassen. Träger dieser Wanderung war vor allem der griechische Stamm der Ionier, weshalb der Landstrich zwischen Phokaia und Milet auch Ionien genannt wird. An der Küste wurden nach griechischem Vorbild Städte angelegt, die als autonome Stadtstaaten konzipiert waren. Im 6. Jahrhundert v. Chr. kamen diese Städte unter den Einfluss des Lyderreiches und anschließend des Perserreiches, konnten aber stets weitgehend ihre kulturelle und anfänglich auch ihre politische Selbstständigkeit wahren. Dank dieser Konstellation - zum einen dem Meer zugewandt, zum anderen in das Hinterland eingebunden - wurde Ionien zum Mittler zwischen griechischer und altorientalischer Kultur. Religiöse Vorstellungen der Griechen verschmolzen mit denen der eingesessenen Bevölkerung, wie das Beispiel der Artemis von Ephesos zeigt, und in Ionien liegt auch die Wiege der griechischen Philosophie, die deutliche Einflüsse altorientalischer Weisheitslehren zeigt. Auch die Anfänge der systematischen Stadtplanung und die Übernahme des Münzwesens aus dem benachbarten Lydien liegen in Ionien.

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Schwarzenbek )


November Seitenanfang

5. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
PETER SINGER: BIOETHIKER ODER SCHARLATAN

Referent: PD Dr. Maria Moss, Leuphana Universität Lüneburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Ein Interview mit dem australischen Moralphilosophen Peter Singer war in der FAZ mit den Worten überschrieben: „Sind Sie der gefährlichste Mann der Welt, Mr. Singer?“ Wie kann ein Mann, der sich vor Auszeichnungen kaum retten kann, der Bücher veröffentlicht mit Titeln wie „Leben retten – Wie sich Armut abschaffen lässt“ und der seit 1999 an der renommierten Princeton University lehrt, der „gefährlichste Mann der Welt“ sein? Doch Peter Singer ist in der Tat ein Mann, dessen Erscheinen regelmäßig von Demonstrationen begleitet wird und dessen Vorträge regelmäßig ausgepfiffen werden. Warum es zu diesen so unterschiedlichen Bewertungen kommt, soll in dem Abendvortrag näher beleuchtet werden.

7. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich IV
GIACOMO CASANOVA – GESCHICHTE SEINES LEBENS

Referent: Dr. Stefan Vöhringer, Kunsthistoriker Kiel

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Liebhaber und Verführer der Frauen, weitgereist, Spieler und Hochstapler – der Name Casanova (1725-98) steht für Laster, Müßiggang und Verführungskunst. Doch der berühmteste aller Venezianer war in Wirklichkeit ein Multitalent und betätigte sich unter anderem als Schriftsteller, Jurist, Violinist und verkehrte mit so mancher Größe seiner Zeit wie dem Preußenkönig Friedrich II. oder der Zarin Katharina der Großen. Anhand von Auszügen aus seinen Memoiren, historischen Zitaten und Lichtbildern entwirft der Vortrag ein lebendiges Bild des ereignisreichen Lebens einer der schillerndsten Figuren des 18. Jahrhunderts.

14. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
KANDINSKY, KLEE UND DAS KÜNSTLERLEBEN IN MÜNCHEN

Referent: Dr. Detlef Stein, Kunsthalle Bremen

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Der Vortrag stellt Wassily Kandinskys und Paul Klees Schaffen im München der Jahrhundertwende vor. Im Spannungsfeld von Akademie und Secessionsbewegung entfaltete sich in der Stadt eine lebendige Kunstszene, aus der avancierte Künstlergruppen wie z.B. die „Neue Künstlervereinigung München“ oder der „Blaue Reiter“ hervorgingen. Neue bildkünstlerische Ideen, Literatur, Musik und Weltanschauung flossen dabei ineinander. Der Vortrag schildert atmosphärisch die Stadt, die in jener Zeit eine der wichtigen Zentren der deutschen Kunst war.

20. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VI
HEILKRAFT AUS DEM BIENENKORB

Referent: Dipl. Oecotrophologin Renate Frank, Roseburg

Schulweg 1, Büchen, Schule Büchen, Eingang D🗺️

Zu den ältesten Heilmethoden der Menschheit gehört die therapeutische Anwendung von Bienenprodukten. Honig, Propolis, Blütenpollen, Gelée royale, Bienengift und Wachs enthalten eine Vielzahl wirksamer Inhaltsstoffe und helfen bei manchen gesundheitlichen Beschwerden, bei denen Medikamente versagen. Bienenprodukte werden immer interessanter für die Behandlung von Krankheiten, die durch Antibiotika resistente Bakterien ausgelöst werden. In der Therapie dieser Beschwerden haben sich oftmals Honig und Propolis bewährt. Blütenpollen tragen dazu bei, ein starkes Immunsystem aufzubauen und Krebserkrankungen besser zu überstehen. Bienenwachs ist ein wertvoller Bestandteil von Hautpflegemitteln. Gelée royale ist Nerven- und Gehirnnahrung und empfehlenswert bei Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Bienengift kann zur Linderung von rheumatischen Beschwerden und Schmerzen eingesetzt werden. Bienenprodukte können ebenso wie andere Naturheilmittel zu Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen führen. Deshalb müssen sie bei der richtigen Indikation, in der richtigen Dosierung und über den richtigen Zeitraum eingesetzt werden, wenn sie positive Wirkungen entfalten sollen. Wie das geht, wird in dem Vortrag erläutert.


Dezember Seitenanfang

12. Dezember 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
IST ASTRONOMIE ROMANTISCH?

Referent: Prof. Dr. Thomas Schramm, HafenCity Universität Hamburg - Studiengang Geodäsie und Geoinformatik

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Astronomie in der Zeit der Romantik am Beispiel der Geschwister Herschel. Wie entwickelt sich der dazugehörige Wissenschaftsbegriff im deutschen Idealismus zwischen Kant und Hegel? Wie stehen wir heute dazu? Mit durchaus persönlichen Einsichten von der Faszination des Sternenhimmels und der aktuellen High-Tech-Astrophysik.

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