Abendvorträge 2019

Es werden 20 Termine im Zeitraum vom 19.05.2019 bis 18.05.2020 angezeigt.
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Gehe zu Monat: Mai Juni August September Oktober November Dezember

 

Mai Seitenanfang

23. Mai 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VII
WIE AKTUELL IST BERTOLD BRECHT?

Referent: Ulrike Budesheim, Germanistin, Reinbek

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Nur jeder fünfte Deutsche über 16 Jahren kennt noch Bertold Brechts Namen. Früher war er viel bekannter, aber was heißt das schon? Suhrkamp, Brechts Verlag, kommentierte das Ergebnis ganz locker, indem er darauf hinwies, dass immerhin jährlich 300.000 Brecht-Bücher verkauft würden. Das ist eine stolze Zahl. Auch im Theatergeschehen ist Brecht heute nicht wegzudenken. Fast jedes Stadttheater in Deutschland hat einen Brecht im Programm. Also alles im Ordnung? So ganz nicht, denn Brecht hat nicht nur zu seinen Lebzeiten die Leute polarisiert. Brecht war, wie viele Linke damals, dem Kommunismus zugeneigt, was ihn im bürgerlichen Lager nicht beliebt machte. Da ist man heute toleranter, aber was hat Brecht heute zu bieten? Veraltete Kommunismusparolen, klamaukige Stücke mit Revuecharakter oder feine Lyrik mit eigener Sprache? – Es sollen verschiedenen Facetten Brechts angesprochen und seine bekanntesten Stücke näher betrachtet werden.


Juni Seitenanfang

6. Juni 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
HIGH-TEC AN DER RITTERBURG

Referent: Dipl.-Ing. Carlos Acevedo, Prof. Dr. Thomas Schramm, Dipl.-Ing. Kay Zobel HafenCity Universität Hamburg - Studiengang Geodäsie und Geoinformatik

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

In der Tagesexkursion zu den „Versteckten Wallanlagen und Burgen in Flur und Wald“ im Mai 2018 wurde auch die Burg bzw. deren Reste in Linau besucht. Der Burghügel mit seinen verbliebenen Mauerresten des Bergfrieds wurde nun aufwendig gesichert und teilweise rekonstruiert. Mit unserem Team der Geodäsie und Geoinformatik aus der HafenCity Universität haben wir die die Situation vor und nach den Arbeiten mit Laserscannern und Drohnen dokumentiert und stellen hier die Ergebnisse vor.
Neben diesen konkreten Anwendungen zeigen wir die verwendeten Instrumente und die Möglichkeiten dieser modernen Messtechnik.

13. Juni 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
NEUIGKEITEN AUS DER STEINZEIT – AKTUELLE FORSCHUNGEN ZU DEN GROßSTEINGRÄBERN NORDDEUTSCHLANDS

Referent: Dr. Rüdiger Kelm, Archäologe und Leiter des Steinzeitparks Dithmarschen in Albersdorf

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Ab etwa 4.000 vor Christi Geburt tauchten sie von Westen, Norden und Osten kommend überall in Norddeutschland auf – fremde Menschen, die ihre Toten in großen Steingräbern (den sogenannten Megalithgräbern) bestatteten. Sie kamen vermutlich nach jahrhundertelangen Wanderungen aus dem Schwarzmeergebiet und/oder aus Vorderasien und brachten nicht nur Ackerbau und Viehzucht mit, sie revolutionierten Kultur (nach der Form der Gefäße auch Trichterbecherkultur genannt) und Leben der hier siedelnden Sammler, Jäger und Fischer.
In den letzten Jahren wurden umfangreiche Forschungen zur Geschichte und Nutzung der faszinierenden Großsteingrabkultur in Norddeutschland durchgeführt, vor allem im Rahmen des umfangreichen Projektes „Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung“ des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel, das Teil einer Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder werden soll. Die überraschenden Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen – unter anderem zum Alter der Anlagen, zu bisher völlig unbekannten hölzernen Vorgängerbauten, zu komplexen steinzeitlichen Wegesystemen und zu umfassenden gesellschaftlichem Wandel – werden vor allem an den Beispielen neuer Ergebnisse aus der Region Westholstein vorgestellt. Das „Geheimnis der Großsteingräber“ wird im Vortrag (wie der Referent meint: „ein bisschen“) enträtselt.
Der Vortrag dient als Einführung in die am 22. Juni geplante ganztägige Exkursion in den Steinzeitpark Dithmarschen bei Albersdorf und zu zwei Großsteingräbern in der Nähe

18. Juni 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
Ein musikalischer Blick nach oben ... Einige Versuche über das irdische Hören astronomischer Zusammenhänge

Referent: Prof. Dr. Frank Böhme

Hauptstraße 18 d - Angerhof - Wentorf b. H.🗺️

Als Anstoß, astronomische Zusammenhänge in eine Beziehung zur Musik zu bringen, gilt gemeinhin die rationalistische Weltsicht, dass „Die Welt Zahl ist!“. Damit hat unser Denker auf Samos im 6. Vorchristlichen Jahrhundert auf einen Umstand aufmerksam gemacht, dem eine alltägliche Wahrnehmung zu Grunde liegt. Schnelle Bewegungen von Körpern erzeugen auf der Erde ein Geräusch. Phytagoras schlussfolgerte mit dem Blick nach oben daraus, das massenreichere Körper einen ungleich lauteres Geräusch erzeugen müssten. Die dabei entstehenden Tonhöhen sind nach den damaligen Vorstellungen von den Geschwindigkeiten und von den Abständen zum Weltmittelpunkt abhängig. Um in diesen Gedanken eine Struktur zu bringen, griff er auf die Erfahrungen mit dem Monochord zurück. An dem vermeintlich von ihm erfundenen Instrument entdeckte er die musikalischen Intervalle. Seiner Vermutung nach, sind die Abstände der Planetenbahnen mit den Proportionen eine musikalische Harmonie identisch. Mit diesem Umstand beginnt eine Auseinandersetzung, die noch den barrocken Menschen in Atem hält.

In Kombination mit der Astronomie, lassen sich mehrere Perspektiven von Musik durchspielen. Zum einen wird mit dem arithmetischen Vorstoß ein Musikbegriff etabliert, dem ein sinnlich-klanglicher Bezug fehlt. Dieses Verhältnisdenken ist es dann auch, welche die Musik in den erlauchten Kreis der septem artes liberales bringt. Demgegenüber steht ein Musikbegriff, der sich ausschließliche auf das Hörende konzentriert. Komponisten übersetzen ihren nach oben gerichtetem Blick oder ihre mythischen Vorstellungen in genuin klangliche Erlebnisse. William Herschel, erster Oboist im Orchester am Hanover Square, zeigt seinen berühmten Kollegen Josef Haydn das selbstgebaute Teleskop. Vielleicht hat der Blick in den Nachthimmel Hadyn den Auftrag zu seiner musikalischen Schöpfungsgeschichte erteilt. Jean-Ferry Rebel stellt sich mit seiner 1737 entstandenen Suite „Die Elemente“ in die Reihe derjenigen, deren Gedanken sich um den Urknall drehen. Seine Antwort deckt sich musikalische durchaus mit den heutigen Erkenntnissen: der erste Satz ist mit „La Cahos“ überschrieben. Ein Cluster von Tönen erzeugt ein kakophonisches Chaos. Der im Anschluss folgende Reigen höfischer Tänze dürfte jedoch im wissenschaftlichen Kontext eher zu einem wippenden Fuß als zu einer weiterführenden Erkenntnis führen.
Der Vortrag wird diese Perspektiven verfolgen: Den astronomischen Weiten werden akustisch Räume an die Seite gestellt um sich in der Unendlichkeit besser zurecht zu finden.

Wentorfer Kulturwoche

20. Juni 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
Einfluss der Waldentwicklung auf die Artenvielfalt von Vögeln (Der Vortrag von Dr. Sommer fällt leider aus!!!)

Referent: PD Dr. Robert Sommer, Universität Rostock

Hauptstraße 18 d - Angerhof -🗺️

Eine ungestörte Entwicklung von Ökosystemen ist entscheidend für den Erhalt und Schutz von biologischer Vielfalt. Mecklenburg-Vorpommern besteht z. B. aus etwa 24 _ Wald, der allerdings zu weit über 90_ wirtschaftlich genutzt wird und zu einem großen Anteil aus Monokulturen von Fichte oder Kiefer besteht. Eine dauerhaft ungestörte Waldentwicklung ist nur in relativ kleinen und beschränkten Flächen, z. B. in Nationalparks, Naturschutzgebieten, __Naturwald-Reservaten__ oder geschützten Altholzbeständen möglich.
Durch wissenschaftliche Untersuchungen ist bekannt, dass z. B. Buchenwälder erst nach einhundert Jahren ohne wirtschaftliche Nutzung einen spürbaren Anstieg in den Artenzahlen von z. B. Pilzen, Käfern oder Vögeln verzeichnen.
Doch müssen wir erst so lange warten, um den Gewinn einer kontinuierlichen Waldentwicklung für die Natur nachweisen zu können_ Können wir auch heute schon zeigen, dass der Naturschutz in unseren Wäldern Effekte auf die Biodiversität hat_
Im Vortrag wird eine allgemeine Übersicht gegeben, wie sich die Effekte der natürlichen Waldentwicklung auf die Biodiversität in Wäldern auswirken und wie diese erkannt und beobachtet werden können. Dabei geht der Referent besonders die Vögel ein und gibt zu diesem Thema vergleichende Einblicke in den Bia__owie__a-Urwald in Polen. Es wird erläutert, wie man mit Hilfe von sogenannten __Urwald-Reliktarten__ Tierarten als Bioindikatoren für die Entwicklungszustände von Wäldern nutzen kann.
Robert Sommer hat in den letzten Jahren die Effekte von sogenannten Altholzbeständen Mecklenburg-Vorpommerns auf die Vogeldiversität selbst untersucht und lässt die Besucher im Vortrag daran teilhaben, wie eine wissenschaftliche Untersuchung dieser Art geplant und durchgeführt wird. Durch anschauliche Bilder können die Besucher einen Einblick in die Erlebnisse des Referenten in Wäldern bekommen. Es wird gezeigt, was sich dabei eigentlich hinter dem Wort __Biodiversität__ versteckt und welche mathematischen Feinheiten damit ausgedrückt werden können. Neben den unterschiedlichen Artenmustern der Vögel in wirtschaftlich genutzten Wäldern und Altholzbeständen kann dabei z. B. die sogenannte __Betadiversität__ ermittelt werden, welche die Unterschiede in der Zusammensetzung von Artengemeinschaften der Vögel anzeigt.

Wentorfer Kulturwoche _Der Vortrag von Dr. Sommer fällt leider aus!!!_


August Seitenanfang

22. August 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
Der Canal Grande in Venedig

Referent: Dr. Günter Hartmann

Hauptstraße 18 d - Angerhof - Wentorf b. H.🗺️

Maler aller Jahrhunderte, vor allem Canaletto, hielten die unvergleichliche Pracht des Canal Grande in zahllosen Ansichten fest, die sich zum großen Teil noch heute fast unverändert bieten. Obwohl sie die prachtvollste „Straße“ Italiens womöglich der ganzen Welt ist, kann man sie doch nicht in Ruhe und nach Belieben entlangschlendern, um die glanzvollen Fassaden der Paläste und Kirchen in Augenschein zu nehmen.
Der Vortrag ermöglicht uns dieses Erlebnis und macht uns u.a. mit der Entwicklungsgeschichte des venezianischen Palastes bekannt, dessen schönste Beispiele am Canal Grande errichtet wurden. Angeregt durch byzantinische Vorbilder, bildete sich hier eine ganz spezifische Gestaltung der Palastfassade aus, deren Struktur sich von der Romanik bis zum Ende der Republik im 18. Jh. erhalten hat. Sie ist in dieser Form nur in Venedig beheimatet.
Die Kulturgeschichte Venedigs wird greifbar, wenn wir erfahren, wer in vergangener Zeit am Canal Grande gelebt und gewirkt hat, wie etwa Richard Wagner, August der Starke, der Bühnenbildner und Designer Mariano Fortuny, Eleonora Duse, der Bildhauer Antonio Canova, die Pastellmalerin Rosalba Carriera, die Dichter Rainer Maria Rilke, Lord Byron und Gabriele d´Annunzio, die Königin von Zypern bis hin zu Peggy Guggenheim.
Kurze Einblicke in die am Canal Grande gelegenen Kirchen und Museen runden den Vortrag ab.

27. August 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
DIE TAUFNAMEN DER VÖLKER

Referent: Prof. Dr. Dr. Ulrich Matthée

21465 Wentorf, Hauptstraße 18 d (Angerhof)🗺️

Warum heißen wir Deutsche, warum nennen sich andere Franzosen, Spanier, Portugiesen, Polen oder Russen, wieder andere Äthiopier, Amerikaner oder Venezolaner, wieder andere Pakistani, Australier oder Neuseeländer?
Der Referent versucht eine Antwort in historischer und philologischer Sicht.

29. August 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
EIN KÜNSTLER IM FOKUS - EDWARD HOPPER

Referent: Dr. Gabriele Himmelmann, Kunsthistorikerin, Hamburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

„Könnte man es in Worten sagen, gäbe es keinen Grund zu malen“ – so äußerte sich Edward Hopper (1882-1967) zu seinen Werken, deren visuelle Sprachfähigkeit wie ihr eigentümlicher, unterkühlter Realismus bis heute die Menschen fasziniert. Er schildert die Einsamkeit des Großstadtmenschen in urbanen Errungenschaften wie Bars, Schnellrestaurants, Vergnügungsparks und Hotelzimmern – gezeigt wird das Lebensgefühl der amerikanischen Gesellschaft dieser Zeit zwischen Mobilität und Anonymität, Fortschrittseuphorie und Isolation. Seine Bilder gelten als Inbegriff der Melancholie, der unerfüllten Sehnsüchte des modernen Lebens, der Isolation und Lebensleere; ihnen eigen ist eine zeitlose, universelle Eindringlichkeit.


September Seitenanfang

5. September 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
GRAVITATIONSLINSEN: FATA MORGANEN IN EINSTEINS UNIVERSUM

Referent: Dipl.-Phys. Carsten Busch, Geschichte der Naturwissenschaften, Universität Hamburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Eine der faszinierendsten Vorhersagen von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie aus dem Jahr 1915 ist die Existenz kosmischer Trugbilder, die durch sogenannte Gravitationslinsen verursacht werden. Erst 1979 wurde dann die erste Gravitationslinse entdeckt.
2015 erhielten Gravitationslinsen sogar einen Oscar (für visuelle Effekte): In „Interstellar“ konnten Kinozuschauer den spektakulären Anblick bewundern, den ein supermassives Schwarzes Loch mit mehreren hundert Millionen Sonnenmassen als Gravitationslinse bewirken würde. Doch die Geschichte dieser kosmischen Fata Morganen begann nicht erst mit ihrer Entdeckung, sondern lange vorher. Ihre Theorie wurde von schillernden Wissenschaftlern und Amateuren entwickelt – von Geistersehern, Träumern und Propheten.
Lernen Sie im allgemeinverständlichen Vortrag Gravitationslinsen, die spannende Geschichte ihrer Erforschung und auch die besonderen Menschen kennen, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen!

12. September 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
PAUL GAUGIN UND DIE KÜNSTLERKOLONIE VON PONT AVEN

Referent: Dr. Detlef Stein, Kunsthalle Bremen

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

In den späten 1880er Jahren arbeitete Paul Gauguin mit anderen Malern im kleinen Pont Aven, einem Dorf in der Bretagne. Das traditionelle Landleben und das lokale Brauchtum setzte Gauguin in einer zukunftsweisenden Malerei ins Bild, die schon bald Symbolismus genannt werden wird. Nicht mehr an der äußeren, sichtbaren Wirklichkeit wollte der Maler seine Kunst orientieren, sondern sie vielmehr aus dem „mysteriösen Zentrum seines Denkens“ schöpfen. Nicht nur sein Austausch mit Malern wie E. Bernard oder V. van Gogh, sondern auch seine Pläne, Europa zu verlassen, fallen in den im Vortrag beschriebenen Abschnitt von Gauguins Leben.

19. September 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
ALEXANDER VON HUMBOLDT – ENTDECKER DER WELT – ANLÄSSLICH SEINES 250. GEBURTSTAGES

Referent: Dr. Werner Budesheim

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Am 14. September 1769 kam Alexander von Humboldt in Tegel zur Welt. Es galt im Vergleich zu seinem um zwei Jahre älteren Bruder Wilhelm eher als schwächlich und flatterhaft. Dabei zeigte sich in frühen Jahren, noch unerkannt, seine breit gefächerte Neugier an den Erscheinungen der Welt. Wie damals üblich, ging die Bildung beim Adel und dem „besseren“ Bürgertum über Hauslehrer. Sprachen, Zeichnen, Musik waren Pflicht. A. v. Humboldt interessierte sich früh für Botanik. In Frankfurt /Oder begann er mit dem Studium der Kameralia (heute wohl Volkswirtschaftslehre). Er wechselte zu der damals sehr anerkannten Universität Göttingen. Von Göttingen begann er seine erste große Reise über Kassel, Frankfurt nach Mainz, wo er Georg Forster, der mit Cook die Welt umsegelt hatte, besuchte. Gemeinsam fuhren Sie den Rhein hinab und von Calais dann nach England. Das war der Beginn von weltumspannenden Reisen und Erkundungen von Südamerika bis nach Asien. Sein höchstes Glück sei, soll er einmal gesagt haben, nicht der erfolgreich Anschluss eines Unternehmens, sondern die Aussicht und die Planung für ein neues.

26. September 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich III
EIN JAHR UNESCO-WELTKULTURERERBE – HAITHABU UND DAS DANEWERK

Referent: Matthias Maluck M.A., Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, Schleswig

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Am 30. Juni 2018 knallten im fernen Bahrein und im Archäologischen Landesamt in Schleswig die Sektkorken: Der „Archäologische Grenzkomplex Haithabu und Danewerk“ war von der UNESCO - dem Weltrat für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation - nach jahrelanger Prüfung zum Weltkulturerbe erklärt worden. Schleswig-Holstein hatte damit nach der Altstadt von Lübeck und dem Wattenmeer ein drittes Welterbe von „außergewöhnlichem universellem Wert“.

Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert besaß die von einem Halbkreiswall geschützte Wikinger- und Seehandelsstadt Haithabu mit ihren rund 3.000 Einwohnern am Ende der Schlei einen sehr hohen Bekanntheitsgrad in der damals bekannten Welt. Wie auch in Birka im schwedischen Mälarsee flossen hier die Handelsströme aus allen Himmelsrichtungen zusammen. Händler und Handwerker aus allen Ländern - selbst aus dem Mittleren Asien - verkauften und produzierten hier ihre Waren. Ein noch heute sichtbarer rund 27 Kilometer langer Wall von Haithabu bis nach Hollingstedt an der Treene, wo sich der „Nordseehafen“ der Wikinger befand, schützte nicht nur den Transportweg und die Waren, sondern auch die nördlich davon siedelnden Dänen (Jüten) gegen die aus dem Süden vordringenden Sachsen, Franken und Slawen. Das Danewerk, das nach neuesten Untersuchungen bereits in der Mitte des fünften Jahrhunderts angelegt wurde, diente als Grenzanlage und hatte nur einen offiziellen Durchgang am Ochsenweg, der von Norden nach Süden quer durch Jütland führte.
Matthias Maluck schildert in seinem Vortrag nicht nur die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse Haithabus bis zu ihrem Untergang 1066, sondern berichtet als versierter Insider über die zahlreichen Versuche und Rückschläge, das Projekt zu einem Weltkulturerbe werden zu lassen. Seit 2004 bemühten sich sein Team des Archäologischen Landesamtes und er um die Bewerbung. Als eine internationale Kooperation mit Island, Norwegen, Schweden, Dänemark und Estland scheiterte, versuchte Schleswig-Holstein ab 2014 einen am Ende erfolgreichen Alleingang. Die am Danewerk liegenden Gemeinden und Kreise unterstützten den Plan nachhaltig.


Oktober Seitenanfang

1. Oktober 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
SCHWARZ - EINIGE AUFHELLENDE KULTURGESCHICHTLICHE GEDANKEN ÜBER DAS DUNKLE

Referent: Prof. Frank Böhme, Hochschule für Musik und Theater, Dekanat 12

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Mit der Nennung der Farbe Schwarz wird der Resonanzraum der Bedeutungszuordnungen in Erregung versetzt. Wie kaum eine andere Farbe ist die kulturelle Symbolik von einem globalen Kontrastreichtum geprägt. Im Gegensatz zu anderen Farben entzieht sich das „Phänomen Schwarz“ aber eigenartiger Weise einer kategorialen Bestimmung. Dies mag der Tatsache geschuldet sein, dass sie meist mit anderen Farben assoziiert oder kombiniert wird. Dadurch ist man bei einer kulturgeschichtlichen Annährung gezwungen, die anderen Farben mitzudenken. Der interdisziplinäre Blickwinkel ist der Einzige, um die Bedeutungsebenen des Schwarzen angemessen reflektieren zu können. Für diesen Vortrag operieren wir also vom Standpunkt des Schwarzen aus und legen das Spektrum der Bedeutungsebenen frei.
Trotz der Lichtabsorption hat das Schwarze eine intentionale Ausstrahlung. Für den Ökonomen ist das Erzielen von schwarzen Zahlen Berufsmotivation nur bei der Verfehlung des Jahreszieles und der damit verbundenen Rotfärbung der Bilanz ist der „Schwarze Peter“ ziemlich schnell gefunden. In einer globalisierten und farbenfrohen Gesellschaft hat natürlich auch das „Schwarzmalen“ der apokalyptisch eingestellten Mitmenschen ihren festen Platz, dem man nicht zuletzt mit dem sprichwörtlich „schwarzen Humor“ begegnen kann. Die Ursprünge der modischen Eleganz, die mit der Farbe Schwarz verbunden sind, liegen in der Zeit, als diese Farbe ein Symbol der sozialen Abgrenzung war. Schwarz war in Europa jahrhundertelang die Farbe, an der man die Zugehörigkeit zur Aristokratie erkennen konnte. Ein Blick auf die Schwarz-Weiß Fotos der 20er Jahre zeigt wie die weibliche Modewelt diese Trennlinie einreist. Heutzutage hat schwarze Eleganz einen festen Platz im zeitgenössischen Modebild. Schwarze Löcher am Himmel entziehen sich einem schnellen Verständnis, haben aber etwas genauso Geheimnisvolles wie die schwarze Line der japanischen Kalligraphie.
Alles Farbige ist eingebettet in den elementaren Kontrast von Schwarz und Weiß. Ohne diese beiden Abtönfarben gäbe es keine Kontrastierungen in der farbigen Umwelt. Im Schwarzen verliert sich alles Farbige, im Weißen löst es sich auf. Über das Schwarze nachdenken heißt sich dem Farbigen bewusster zu werden.
Mit diesen Zeilen ist es jetzt „Schwarz auf Weiß“: dieser Vortrag bemüht sich um eine weitgefächerte Aufhellung.

15. Oktober 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich V
VIETNAM UND KAMBODSCHA – DIE NEUEN TIGERSTAATEN ASIENS?

Referent: Prof. Dr. Martin Pries, Universität Lüneburg

Blumenstraße 29, 21481 Lauenburg, Hotel Bellevue🗺️

Die beiden asiatischen Staaten erleben in den letzten Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum. Mit den steigenden Löhnen in China verlagern immer mehr Unternehmen ihre Produktion nach Vietnam und Kambodscha.
Vietnam war nach dem 2. Weltkrieg lange Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen.
Nach dem Sieg Nordvietnams über den westlich orientierten Süden übernahm zunächst ein kommunistisches Regime die Kontrolle mit starker Planwirtschaft.
Die Liberalisierung der Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten führte zu einem rasanten Wirtschaftswachstum. Besonders starken Einfluss übt der ehemalige Verbündete China aus.
Beide Länder haben eine konfliktreiche Vergangenheit. In Vietnam hinterließ der Krieg schwere Zerstörungen, in Kambodscha wütete die Roten Khmer schwer in der eigenen Bevölkerung. Unzählige Kulturgüter gingen in der Zeit verloren, vieles blieb aber auch erhalten.
Im Vortrag soll der Kontrast zwischen dynamisch wachsenden Städten und historischen Stätten herausgearbeitet werden.

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Lauenburg)

24. Oktober 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
IONIEN – BRÜCKE ZWISCHEN GRIECHENLAND UND ORIENT

Referent: Dr. Claudia Tanck, Althistorikerin, Lauenburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Im Mittelpunkt dieses Vortrages steht eine Region, deren Bedeutung für die Entwicklung der griechischen Kultur nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Im 11. und 10. Jahrhundert v.Chr. verließen Menschen Griechenland, um sich an der Küste Kleinasiens niederzulassen. Träger dieser Wanderung war vor allem der griechische Stamm der Ionier, weshalb der Landstrich zwischen Phokaia und Milet auch Ionien genannt wird. An der Küste wurden nach griechischem Vorbild Städte angelegt, die als autonome Stadtstaaten konzipiert waren. Im 6. Jahrhundert v. Chr. kamen diese Städte unter den Einfluss des Lyderreiches und anschließend des Perserreiches, konnten aber stets weitgehend ihre kulturelle und anfänglich auch ihre politische Selbstständigkeit wahren. Dank dieser Konstellation - zum einen dem Meer zugewandt, zum anderen in das Hinterland eingebunden - wurde Ionien zum Mittler zwischen griechischer und altorientalischer Kultur. Religiöse Vorstellungen der Griechen verschmolzen mit denen der eingesessenen Bevölkerung, wie das Beispiel der Artemis von Ephesos zeigt, und in Ionien liegt auch die Wiege der griechischen Philosophie, die deutliche Einflüsse altorientalischer Weisheitslehren zeigt. Auch die Anfänge der systematischen Stadtplanung und die Übernahme des Münzwesens aus dem benachbarten Lydien liegen in Ionien.

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Schwarzenbek )


November Seitenanfang

5. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
PETER SINGER: BIOETHIKER ODER SCHARLATAN

Referent: PD Dr. Maria Moss, Leuphana Universität Lüneburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Ein Interview mit dem australischen Moralphilosophen Peter Singer war in der FAZ mit den Worten überschrieben: „Sind Sie der gefährlichste Mann der Welt, Mr. Singer?“ Wie kann ein Mann, der sich vor Auszeichnungen kaum retten kann, der Bücher veröffentlicht mit Titeln wie „Leben retten – Wie sich Armut abschaffen lässt“ und der seit 1999 an der renommierten Princeton University lehrt, der „gefährlichste Mann der Welt“ sein? Doch Peter Singer ist in der Tat ein Mann, dessen Erscheinen regelmäßig von Demonstrationen begleitet wird und dessen Vorträge regelmäßig ausgepfiffen werden. Warum es zu diesen so unterschiedlichen Bewertungen kommt, soll in dem Abendvortrag näher beleuchtet werden.

7. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich IV
GIACOMO CASANOVA – GESCHICHTE SEINES LEBENS

Referent: Dr. Stefan Vöhringer, Kunsthistoriker Kiel

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Liebhaber und Verführer der Frauen, weitgereist, Spieler und Hochstapler – der Name Casanova (1725-98) steht für Laster, Müßiggang und Verführungskunst. Doch der berühmteste aller Venezianer war in Wirklichkeit ein Multitalent und betätigte sich unter anderem als Schriftsteller, Jurist, Violinist und verkehrte mit so mancher Größe seiner Zeit wie dem Preußenkönig Friedrich II. oder der Zarin Katharina der Großen. Anhand von Auszügen aus seinen Memoiren, historischen Zitaten und Lichtbildern entwirft der Vortrag ein lebendiges Bild des ereignisreichen Lebens einer der schillerndsten Figuren des 18. Jahrhunderts.

14. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
KANDINSKY, KLEE UND DAS KÜNSTLERLEBEN IN MÜNCHEN

Referent: Dr. Detlef Stein, Kunsthalle Bremen

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Der Vortrag stellt Wassily Kandinskys und Paul Klees Schaffen im München der Jahrhundertwende vor. Im Spannungsfeld von Akademie und Secessionsbewegung entfaltete sich in der Stadt eine lebendige Kunstszene, aus der avancierte Künstlergruppen wie z.B. die „Neue Künstlervereinigung München“ oder der „Blaue Reiter“ hervorgingen. Neue bildkünstlerische Ideen, Literatur, Musik und Weltanschauung flossen dabei ineinander. Der Vortrag schildert atmosphärisch die Stadt, die in jener Zeit eine der wichtigen Zentren der deutschen Kunst war.

20. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VI
HEILKRAFT AUS DEM BIENENKORB

Referent: Dipl. Oecotrophologin Renate Frank, Roseburg

Schulweg 1, Büchen, Schule Büchen, Eingang D🗺️

Zu den ältesten Heilmethoden der Menschheit gehört die therapeutische Anwendung von Bienenprodukten. Honig, Propolis, Blütenpollen, Gelée royale, Bienengift und Wachs enthalten eine Vielzahl wirksamer Inhaltsstoffe und helfen bei manchen gesundheitlichen Beschwerden, bei denen Medikamente versagen. Bienenprodukte werden immer interessanter für die Behandlung von Krankheiten, die durch Antibiotika resistente Bakterien ausgelöst werden. In der Therapie dieser Beschwerden haben sich oftmals Honig und Propolis bewährt. Blütenpollen tragen dazu bei, ein starkes Immunsystem aufzubauen und Krebserkrankungen besser zu überstehen. Bienenwachs ist ein wertvoller Bestandteil von Hautpflegemitteln. Gelée royale ist Nerven- und Gehirnnahrung und empfehlenswert bei Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Bienengift kann zur Linderung von rheumatischen Beschwerden und Schmerzen eingesetzt werden. Bienenprodukte können ebenso wie andere Naturheilmittel zu Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen führen. Deshalb müssen sie bei der richtigen Indikation, in der richtigen Dosierung und über den richtigen Zeitraum eingesetzt werden, wenn sie positive Wirkungen entfalten sollen. Wie das geht, wird in dem Vortrag erläutert.


Dezember Seitenanfang

12. Dezember 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
IST ASTRONOMIE ROMANTISCH?

Referent: Prof. Dr. Thomas Schramm, HafenCity Universität Hamburg - Studiengang Geodäsie und Geoinformatik

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Astronomie in der Zeit der Romantik am Beispiel der Geschwister Herschel. Wie entwickelt sich der dazugehörige Wissenschaftsbegriff im deutschen Idealismus zwischen Kant und Hegel? Wie stehen wir heute dazu? Mit durchaus persönlichen Einsichten von der Faszination des Sternenhimmels und der aktuellen High-Tech-Astrophysik.

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