Abendvorträge 2022

Es wird ein Termin angezeigt.
Hier klicken, um das aktuelle Programm anzuzeigen.

Gehe zu Monat: Dezember

 

Dezember Seitenanfang

6. Dezember 2022 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
KULTURERBE VON STERNWARTEN

Referent: Prof. Dr. Gudrun Wolfschmidt, Geschichte der Naturwissenschaften, Universität Hamburg

Hauptstraße 18 d - Angerhof - 21465 Wentorf b. H🗺️

Auf der UNESCO Weltkulturerbeliste sind die Gebäude der Wissenschaft noch unterrepräsentiert. Die Diskussion über ``Astronomy and World Heritage'' (Astronomie und Weltkulturerbe) begann im Oktober 2008, um eine Beziehung zwischen Wissenschaft und Kultur zu schaffen und um das Bewusstsein für die kulturelle Bedeutung astronomischer Anlagen zu heben. Seit 2009 gibt es eine Kooperation zwischen der International Astronomical Union (IAU) und der Unesco. Die kulturellen Implikationen von Astronomie sind bemerkenswert; als Beispiele möchte ich -- abgesehen von Sternwarten -- hinweisen auf barocke Gemälde oder Fresken in Schlössern und Kirchen, Sonnenuhren in Klöstern und Städten und ferner astronomische Uhren mit vielen Details des christlichen Kalenders -- wie hier bei der bekannten Prager astronomischen Uhr -- schließlich Meridianlinien in Kirchen. - Nach einer Einleitung über archäoastronomische Bauwerke und das Kulturerbe in Mittelalter und Renaissance sollen im wesentlichen die abendländischen Sternwarten betrachtet werden mit ihren bemerkenswerten Gebäuden und astronomischen Instrumenten, beginnend mit Tycho Brahes Observatorien, dann berühmte Barock-Observatorien wie Hevelius in Danzig, Eimmart in Nürnberg, sowie Paris und Greenwich. Ab etwa 1800, im Klassizismus, beginnen die "modernen" Sternwarten mit der Orientierung der Gebäude nach den Himmelsrichtungen (Kreuzform wie Athen oder Quito), der Erfindung der Kuppel und der festen Fundamentierung der Instrumente. Für das 19. Jahrhundert prägend war das Observatorium Pulkowa, St. Petersburg, mit seiner charakteristischen 3-Kuppel-Fassade (1839). - Einen wichtigen Umbruch, der mit einem Wechsel "Von der klassischen Astronomie zur modernen Astrophysik" einhergeht, gab es um 1900 mit der Einführung von einzelnen Kuppeln und Pavillons in einer Parkanlage und der Trennung von den heizbaren Arbeits- und Wohngebäuden. Zu den wichtigen Beispielen zählen die Sternwarten Hamburg, La Plata/Argentinien, Kazan/Russland und Lembang/Indonesien. Wichtige Kriterien für den "Outstanding Universal Value" (OUV) der UNESCO sind Authentizität und Integrität. Die repräsentativer Architektur, der Erhaltungszustand, die Sternwarten als wissenschafts- und technikgeschichtliche Kulturdenkmale von "aussergewöhnlichem universellem Wert", sind wichtige Voraussetzungen für die Bewerbung um das UNESCO-Weltkulturerbe.

Impressum & Datenschutz +++ design 2001-2021 © by e. grunau - www.nyware.de